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Tierheim Elmshorn : Tierische Ferienopfer gibt es nur wenige

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Elmshorner Einrichtung platzt aus allen Nähten, vorallem Katzen werden hier betreut.

Es ist Sommer. Urlaub. Zeit, sich zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Für die Mitarbeiter im Tierheim Elmshorn stellt sich die Situation allerdings anders dar. Stress. „Wir sind voll belegt. Wie immer in der Sommerzeit“, beschreibt Brigitte Maeder, Vorsitzende des Tierschutzvereins Elmshorn und Umgebung, die Situation in der Einrichtung an der Justus-von-Liebig-Straße.

Ob Tiara, Jella, Tiffi oder Fioretta: Es sind vor allem Katzen, die derzeit in dem Elmshorner Tierheim auf ein neues Zuhause warten. Aktuell sind es 147 der schnurrenden Vierbeiner. „Davon sind 44 Welpen, von denen einige noch mit der Flasche aufgezogen werden“, erläutert Maeder.

Immer ab April und Mai spitze sich bei den Katzen die Lage zu. Dabei ist es nicht die Böswilligkeit der Menschen, die die Samtpfoten zu „Knastis“ werden lässt. Der Stubentiger ist eben ein Tier, das die Freiheit liebt. „Wir haben viele Freigänger. Und wenn eine Katze draußen auf einen Kater trifft, dann ist es schnell geschehen und die Katze trächtig“, sagt Maeder. Dann komme der Mensch ins Spiel, der Katzenmutter samt Nachwuchs oder trächtig findet und die Tiere nach Elmshorn bringt. Zumal oft nicht bekannt ist, wem in der Nachbarschaft die Katze gehört.

„Katzen“, so berichtet Maeder, „werden auch nicht so oft gesucht wie andere Tiere. Dass sie eine Zeitlang unterwegs sind, sei nicht ungewöhnlich. Um dem Problem mit den Katzenkindern Herr zu werden, appelliert Maeder an die Tierbesitzer, die Vierbeiner sterilisieren zu lassen. „Ich bin eine Verfechterin der Kastrationspflicht“, bekennt die Tierschützerin. Maeder geht zwar nicht davon aus, dass Katzen vermehrt ausgesetzt werden. Doch diese Fälle gibt es. „Alles, was man sich vorstellen kann, kommt auch in der Realität vor“, bekennt sie. Erst neulich sei eine Box mit Katzenkindern auf dem Parkplatz bei Marktkauf in Elmshorn abgestellt worden.

Wer eines der Katzenbabys bei sich aufnehmen möchte, muss sich allerdings in Geduld über. Erst wenn diese mindestens drei Monate alt sind, werden sie vom Tierheim vermittelt.

Viele Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen sind trächtig

Außer den Katzen sind auch viele Kaninchen und Meerschweinchen, die dem Tierheim gebracht werden, trächtig. Etwa 50 Kleintiere zählt Maeder in der Einrichtung. Bei Kaninchen und Meerschweinchen handelt es sich laut der Vorsitzenden des Tierschutzvereins oft um tatsächliche Ferienopfer. „Die werden größtenteils in Ställen oder in Käfigen im Haus gehalten. Die brechen nicht einfach aus“, so Maeder. Die Vermutung liege nahe, dass die Besitzer vor Reiseantritt die Stalltüren öffnen.

Hunde indes, so sagt Maeder, werden nicht mehr ausgesetzt, weil Herrchen oder Frauchen in den Urlaub wollen und keine Betreuung für den besten Freund des Menschen finden. „Fast alle Hunde sind mittlerweile gechippt. So lassen sich die Eigentümer schnell ausfindig machen“, so die Vereinsvorsitzende. Der Chip werde immer als erstes im Tierheim ausgelesen. Bei den meisten Hunden, die im Tierheim abgegeben werde, handele es sich um Fundhunde, die ausgebüchst seien und von ihren Familien bereits gesucht würden. Aktuell leben laut Maeder 25 Hunde in dem Elmshorner Tierheim.


Zunehmend Hunde von Verstorbenen im Heim

Es gibt auch die Hunde, die ein trauriges Schicksal in die Obhut des Elmshorner Tierheims gebracht hat: Tiere von Senioren, die nach dem Tod ihrer Eigentümer keine Bleibe mehr finden. „Das ist ein gesellschaftliches Problem, das uns in Zukunft noch mehr treffen wird“, betont Maeder. Die Hunde, von denen einige noch am Totenbett ihres Herrchens oder Frauchens gewacht haben, bis die Leiche entdeckt wurde, seien oft nicht in der besten Verfassung. „Nicht selten sind diese Hund alt, krank und übergewichtig.

Nach Ende der Sommerferien wird sich die Situation im Tierheim Elmshorn wieder etwas entspannen. Dann vermittelten die Mitarbeiter dort auch wieder verstärkt Hunde und Katzen und Kleintiere. Nur derzeit nicht. Denn: „Vor dem Urlaub holt sich niemand ein Tier aus dem Heim“, weiß Maeder.

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erstellt am 04.Aug.2015 | 14:00 Uhr

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