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Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 16:22 Uhr

Elmshorn : Tierheim wehrt sich gegen Attacken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Beim sozialen Netzwerk Facebook wird der Einrichtung vorgeworfen, dass die Tiere nicht immer an Interessenten abgegeben werden. Tierheimleiterin Brigitte Maeder erklärt, warum das so ist.

von
erstellt am 10.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Jeder Quadratmeter im Elmshorner Tierheim wird derzeit ausgenutzt. Knapp 150 Katzen, etwa vier Dutzend Kleintiere sowie zirka zwei Dutzend Hunde leben in der Einrichtung an der Justus-von-Liebig-Straße. „Wir sind voll belegt“, sagte Brigitte Maeder, Vorsitzende des Tierschutzvereins Elmshorn und Umgebung, Anfang vergangener Woche im Gespräch mit dieser Zeitung. Selbst schuld, lautet der Tenor einiger Leser der Nachricht im sozialen Netzwerk Facebook. „Dann sollte das Tierheim sich mal Gedanken machen über die Vermittlung. Viele wollen gern eine Katze haben, bekommen aber keine“, schreibt etwa Rebecca Rieck.

Ähnlich äußerten sich auch andere Einrichtungsbesucher. So schrieb Stefanie Bartel: „Ich finde auch, dass sie im Tierheim dringend an ihrer Art der Vermittlung arbeiten sollten. Mal mögen die Katzen keine Kinder und mal gibt es eine schöne Katze nur mit einer anderen zusammen. Da müssen die sich nicht wundern.“ Und Sylvia Wendt beschrieb ihre jüngste Begegnung im Tierheim so: „Wir waren auch kürzlich da. Hätten gern zwei Katzen genommen. Alter, Aussehen – egal. ‚Hauptsache sie passen zu uns‘, habe ich gesagt.“ Dann sei der Blick der Tierheim-Mitarbeiterin zu ihren Kindern geschweift. „Und sie fragte, ob wir noch mehr Kinder hätten und wie alt die denn seien. Wir haben zwei Kinder – drei Jahre und ein Jahr alt. Antwort der Tierheim-Mitarbeiterin: Unsere Kinder wären zu klein, wir würden keine Katze bekommen“, schrieb Wendt.

Maeder kennt diese Art der Kritik bereits. Und sie weist sie entschieden zurück: „Im Durchschnitt kommen etwa 600 Katzen pro Jahr bei uns an und die werden alle vermittelt.“ Die Vierbeiner seien in der Regel nur drei Monate lang in der Einrichtung. Zudem sind laut Maeder 98 Prozent ihrer Kunden mit den neuen „Mitbewohnern“ glücklich. Das hätten Umfragen ergeben. „Es ist ja so: Man agiert mit 100  Leuten. 95 sind zufrieden, fünf meckern.“

Maeder sagte dieser Zeitung, dass sie und ihr Team eine Fürsorgepflicht für die Tiere haben. „Katzen brauchen zum Beispiel Sozialpartner. Das heißt: Entweder müssen sie draußen frei herumlaufen können, um andere Katzen treffen. Oder sie brauchen eine weitere an ihrer Seite.“ Vor allem bei Welpen sei es wichtig, dass diese nicht allein leben. „Ein anderes Thema sind Wohnräume an Hauptstraßen. Wir haben die Katzen nicht mühsam aufgepäppelt, damit sie in den nächsten 14  Tagen überfahren werden“, sagt Maeder.

Die Vermittlungsrichtlinien sind online einsehbar. Sie stehen auf der Tierheim-Homepage (www.tierheim-elmshorn.de) unter der Rubrik „Über uns“.

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