THS-Gutachten: Noch Fragen offen

Politik verlangt Nachbesserungen / Stadt verspricht Antworten in Kürze

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31. Juli 2015, 16:56 Uhr

Das Gutachten zum Baupfusch an der Theodor-Heuss-Schule in Pinneberg-Thesdorf hat gerade mal 29 Seiten und ein paar Anlagen. Vor den Sommerferien rüttelten die Ergebnisse die Politik im Ausschuss kräftig auf. Noch Fragen? Ja, viele. Deswegen wurde das Schweriner Büro Kubus von der Verwaltung – im Auftrag der Politik – gebeten, die Antworten zu den zahlreichen offenen Fragen zu liefern. „Das soll in Kürze erfolgen. Die Ergänzungen werden die Politiker erhalten“, sagte gestern Marc Trampe, Sprecher der Stadt.

Hintergrund: Das Gutachten sollte Klarheit darüber geben, ob bei der Sanierung des Pinneberger Gymnasiums gepfuscht worden ist. Zunächst waren drei Bauabschnitte geplant. Wegen der klammen Haushaltskasse hatte der Architekt sie auf sechs Abschnitte erweitern müssen. Die Grünen möchten wissen, ob es darüber einen Beschluss gibt.

2011 war ein Teil der Fassade sogar abgebrochen, aber nur provisorisch erneuert worden. Die Bausubstanz litt darunter.

Im Wesentlichen kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass die Ursache in der prekären Finanzlage der Stadt zu sehen sei. Wörtlich heißt es in dem Gutachten: „Bei einer besseren finanziellen Ausstattung wäre es möglich gewesen, die Sanierungsphasen in den drei baufachlich begründeten Abschnitten durchzuführen.“

Überraschend mag es für viele gewesen sein, dass es keine personellen Schuldzuweisungen gegeben hat. Auch dem städtischen Architekten wird eine fachlich gute Arbeit bescheinigt – er erlitt einen Nervenzusammenbruch. In dieser Sache möchten die Grünen von der Bürgermeisterin wissen, welche Maßnahmen sie ergreift, damit Ähnliches in Zukunft nicht noch einmal passiert. Auch die einzelnen Mitarbeiter hätten keine schlechte Arbeit geleistet, heißt es in dem Gutachten. Die Expertise stellt darüber hinaus fest, dass der Stadt ein materieller Schaden von 30  000 Euro entstanden ist. Hinzu kommen die Kosten (15   000 bis 17 000 Euro) fürs Gutachten.

„Ziel des Gutachtens war es, festzustellen, ob und welche Versäumnisse es gegeben hat und welche Lehren für die Zukunft daraus gezogen werden“, sagte Trampe. Und die liefert das Gutachten auch: Es sei erforderlich, ein strategisches Gebäudemanagement, das unterhaltende und investive Aspekte zusammenführt, zu etablieren. „Das werden wir bewerten“, sagte Trampe.

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