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Ministerpräsident besucht Pinneberg : Thorsten Albig informiert sich an der Schülerschule Waldenau über Inklusion

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Den Vorstandsmitgliedern der Schule vermittelten ein anschauliches Bild vom Alltag an der Schülerschule.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Ministerpräsident Thorsten Albig wollte sich am Montag an Ort und Stelle ein Bild von praktizierter Inklusion machen. Und zwar an einer Institution, für die dieses Prinzip seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit ist, der Pinneberger Schülerschule in Waldenau. Aber als er mit gut einstündiger Verspätung schließlich am Waldenauer Marktplatz aus dem Wagen stieg, war der erste Schultag nach der Sommerpause längst vorbei. Die Kinder hatten zwar eine Weile gewartet, mussten dann aber nach Hause gehen.

So wurde aus dem Besuch ein Rundgang durch ein leeres Schulgebäude. Nur in den beiden Betreuungsräumen erledigten noch ein paar Jungen und Mädchen ihre Hausaufgaben. Den Vorstandsmitgliedern Evelyn Hellwig, Helga Meyerhoff, Bettina Plenz Jürgen Braun, Stefan Hüners, Jens Meier und Bernd Scharfenberg blieb die Aufgabe vorbehalten, Albig in eindringlichen Worten ein anschauliches Bild vom Alltag an der Schülerschule zu vermitteln. Dabei hatten sie als Helfer den Pinneberger SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Kai Vogel an ihrer Seite.

In den Gesprächen ging es vor allem ums Geld. Denn so glücklich die erste Pinneberger Privatschule darüber ist, dass ihr in Jahrzehnten bewährter gemeinsamer Unterricht von Schulkindern mit und ohne speziellen Förder- oder Betreuungsbedarf jetzt im ganzen Land zur Regel werden soll, so fürchten die Verantwortlichen doch, dass das kommende bürokratische Regelwerk die besondere Arbeitsweise der Schülerschule nicht ausreichend berücksichtigt.

Vor allem durch die neuen Schülerkostensätze errechnen sich die Waldenauer erhebliche finanzielle Benachteiligungen. Es geht unter anderem darum, dass in Waldenau alle Kinder in den Inklusionsprozess aktiv einbezogen werden. Sie leben und erleben Inklusion als Selbstverständlichkeit, indem sie sich von Anfang an soweit wie möglich gegenseitig über Handicaps hinweg helfen. Dieses Verfahren wird aber von den neuen Vorschriften nicht berücksichtigt, wenn es um die Aufwendungen für Schulbegleitung geht, denn das Gesetz geht von ausgebildeten, erwachsenen Kräften aus. „Wenn wir uns daran orientieren wollten, denn hätten wir bald mehr Erwachsene als Kinder in den Klassen“, monierten die Schulvertreter.

Deshalb nahm der Schulvorstand den Ministerpräsidenten hinter verschlossenen Türen noch einmal ins Gebet, bevor er zu seinem nächsten Termin hasten konnte. Über den Gesprächsverlauf bewahrten alle erstmal Stillschweigen.

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