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Der Kampf für Senioren-Sicherheit : Thomas Hagenow: Der Kümmerer mit dem grünen Daumen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Thomas Hagenow hat im Ruhestand mit der ehrenamtlichen Arbeit begonnen und stellt dabei die Sicherheit von Senioren in den Mittelpunkt.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Quickborn | Wenn Thomas Hagenow nach seinem Beruf gefragt wird, kann man schon mal eine Antwort wie „Ich habe immer viel Geld ausgegeben – das Geld anderer Leute“ bekommen. Lachend sagt er das dann, irgendwie verschmitzt. Dabei ist der ehemalige Einkäufer bei Beiersdorf und Tesa niemand, der leichtfertig mit dem Besitz anderer umgeht. Er ist eher ein Kümmerer, einer, dem die Probleme seiner Mitmenschen nicht egal sind.

Das ist auch der Grund, warum sich der Quickborner von der Landespolizei Schleswig-Holstein zum Sicherheitsberater für Senioren ausbilden ließ. Er ist der einzige im Kreis Pinneberg, hat im Kreis Segeberg immerhin drei Kollegen und insgesamt 40 im Land. Seine Aufgabe ist es nun, Seniorengruppen in Quickborn und dem Rest des Kreises Pinneberg mit Vorträgen für das Thema zu sensibilisieren und das Sicherheitsgefühl der Generation 60-Plus zu stärken. Diese ehrenamtliche Arbeit ist ihm eine absolute Herzensangelegenheit, zu der ihn der Zufall brachte.

Gegen Abzocke und Enkeltrick

„Ich habe vor eineinhalb Jahren mal einen Bericht über den Sicherheitsberater in Nordfriesland gelesen, habe ihn ausgeschnitten und hingelegt.“ Abzocke und Enkeltrick, das seien Schlagworte, bei denen er Zustände kriege, sagt Hagenow. Also wollte er seinen Beitrag dazu leisten, den Betrügern das leben etwas schwerer zu machen. Und weil er zu den Menschen gehört, die nichts auf die lange Bank schieben, hat er bei der Landespolizei angerufen und sich als Seniorenberater für den Kreis Pinneberg angeboten. „Ich bin dann für ein Vorstellungsgespräch nach Kiel gefahren.“

Anschließend ging alles seinen Gang: Hagenow nahm an einer dreitägigen Schulung teil und hat sich während dieser Zeit spezialisiert. Sicherheit innerhalb und außerhalb der eigenen vier Wände, das ist sein Thema. Dass sich dreiste Täter als verschollene Enkel oder vermeintliche Handwerker ausgeben und die Unsicherheit älterer Menschen ausnutzen, um sie zu betrügen, will der 67-Jährige nicht hinnehmen. Also zieht er regelmäßig los – ausgestattet mit einem Notebook und einem Beamer, die ihm ein Freund geschenkt hat, und hält anschauliche Vorträge vor Gruppen der Awo, des DRK, der Kirche oder von Privatleuten. „Nach Hause komme ich allerdings nicht“, so Hagenow. Er will verhindern, dass sich Betrüger als Sicherheitsberater ausgeben und sich so das Vertrauen erschleichen.

Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass er zufällig zu einer Aufgabe kam, die ihn ganz ausfüllt. 40 Jahre mag es wohl her sein, so sagt er, dass er auf einem Bahnsteig an einem Kiosk ein Heft über Bonsais hängen sah. Er kaufte es und hatte sein Hobby. Hagenow fing an, die kleinen Kostbarkeiten zu sammeln und selber zu ziehen – vor allem Lärchen und Laubbäume. „Auf dem Höhepunkt hatte ich 40 Stück, bin damit auf Ausstellungen gegangen und habe auch verkauft. “ Heute hat er noch zwölf Bonsais und das Züchten inzwischen aufgegeben. Aus Verantwortungsgefühl. Zu alt sei er, meint Hagenow. „Bei Bonsais reden wir von Zeitsprüngen von fünf oder zehn Jahren.“ Ein Kümmerer eben.

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