Wolfgang-Borchert-Gymnasium : Theater-AG spielt vor Jury

Die Teilnehmer des Kursus Darstellendes Spiel zeigten „Romeo & Julia“.
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Die Teilnehmer des Kursus Darstellendes Spiel zeigten „Romeo & Julia“.

Schüler sind für den Jugend-Theater-Oscar nominiert. Aufführung geht in die Wertung ein.

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27. März 2017, 15:30 Uhr

Halstenbek | Knisternde Spannung in der Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums (WoBo). Die mit zerrissenen Latzhosen bekleideten Darsteller der Theater-AG führten ihr für den Jugend-Theater-Oscar nominiertes Stück „Bleicher Bruder“ auf. Eine angereiste Jury bewertete die Aufführung. Worauf sie besonders achtete wurde nicht verraten. Nur so viel: Das Komitee möchte für seine Entscheidung Ende April „eine Auswahl an Stücken finden, die eine interessante Bandbreite der aktuellen Theaterjugend und der Gesellschaft widerspiegelt“.

Die Halstenbeker Mimen gehören zu einem von 20 Ensembles, die von der Jury aus 114 Bewerbungen für die Teilnahme am Theatertreffen der Jugend ausgesucht wurden. „Es ist für mich nicht überraschend, das unsere Schüler so erfolgreich sind“, sagte Schulleiter Veit Poeschel. Er empfände das professionell aufbereitete Stück als „wahnsinnig bewegend“. Die 13 Schüler zeichnen den Lebensweg Borcherts nach – von ersten Kindheitsträumen bis hin zum Tod durch Leberversagen nur zwei Jahre nach Kriegsende.

Die Jury befragte die Schüler nach der Aufführung zum Entstehungsprozess, zur Identifikation mit der Thematik und der Gruppeninteraktion. „Eine Art Chancenstatistik für Berlin konnten wir nicht heraushören“, sagte Spielleiter Andreas Kroder. Der Lehrer wird mit zwei Darstellern in jedem Fall für die Diskussion eingeladen, auch wenn sich die Halstenbeker nicht unter den letzten acht befinden sollten. „Wir hoffen, dass die ganze Gruppe nach Berlin kommen darf“, sagte Kroder.

Es gelang den Schülern laut Profi-Auskunft starke Bilder zu entwickeln. Form und Inhalt passten zusammen. Die chorisch starre Form in völliger Anspannung wurde immer wieder durch befreiende Momente passend abgelöst. Die Schüler drückten dabei ihre Spielfreude aus. Die Jury hob „die leisen Momente hervor“, die sich kontrastreich zum Videoeindruck im Raum aufbauten. Das abschließende Urteil: Die Ensembleleistung ist außergewöhnlich gut für eine Schultheatergruppe. Im Wettbewerb wetteifern wenige Schultheaterbühnen mit einer größeren Anzahl an Profi-Jugend-Bühnen.

Jury-Lob: Die WoBo-Schüler (AG 2015  /  2016) entwickelten eine eigene Bildfindung für die collagenartige Inszenierung „Bleicher Bruder“.
Frauke Heiderhoff
Jury-Lob: Die WoBo-Schüler (AG 2015 / 2016) entwickelten eine eigene Bildfindung für die collagenartige Inszenierung „Bleicher Bruder“.
 

Mit dem Stück „Mensch & Maschine“ führte die Theater AG 2017/2018 in den Abend ein. Was wisst ihr über Schönheit? Wie definiert man Realität? Die Jugendlichen formulierten diese Sinnfragen und beeindruckten mit Tanzperformances.

Mit kreativen Ideen überzeugte der Kursus Darstellendes Spiel mit seiner Sicht auf das Drama „Romeo & Julia“. Die verfeindeten Familien Montagues und Capulets präsentierten sich in pfiffigen Kostümen. Die Hauptdarsteller Katrin Gießen (Julia), Dominik Schulte (Romeo), Milan Petersen (Mercutio) und Jan Bandach (Tybalt) faszinierten auch mit Gesang. Ensemble-Begründer Hans Jürgen Heller bezeichnete die Leistung der Schüler als „hervorragend“. Die Theater-Projekte unterstützt die Bruno-Helms-Stiftung und der WoBo-Freundeskreis.

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