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„Unsere Stimmen kennt jeder“ : „The New Love Generation“ in Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Deutschlands Top-Studio-Musiker präsentieren „The New Love Generation“. William „Billy“ King singt mit Helene Fischer.

Pinneberg | Sie gehören zu Deutschlands meistgefragten Studio- und Backgroundsängern, waren mehr als 100-mal in den Deutschen Charts vertreten und sind auf mehr als 50 Millionen Tonträgern zu hören. Als „The New Love Generation“ touren sieben Sänger durch Hamburg und Schleswig-Holstein und entführen ihre Zuschauer in die Flower-Power-Zeit der 1960er und 1970er Jahre. Ab Mittwoch, 2. September, spielen sie vier Abende hintereinander in Pinneberg. Diese Zeitung sprach mit William „Billy“ King, der mit Helene Fischer, Westernhagen, Santiano, Heino und Unheilig arbeitete.

Als ich das erste Mal von „New Love Generation“ gehört habe, dachte ich gleich an die Les Humphries Singers.
William „Billy“ King:
Der Grundgedanke war so eine Art Les Humphries Singers. Also, mit vielen Sängern zu arbeiten und ein Zusammengehörigkeitsgefühl, ein Wir-Gefühl, zu haben. Deshalb ist Les Humphries auch gar nicht so weit weg. Die haben allerdings einen englischen Bandleader gehabt und auf Englisch gesungen und das eher so international aufgezogen.

Welche Songs singen Sie?
Bekannte Hits aus der Zeit von 1967 bis 1973.

Wie ist die Idee dazu entstanden?
Wolfgang Schleiter, früher Managing Director bei Polydor, hatte eigentlich die Idee, eine Gruppe zu kreieren. So ein bisschen wie Les Humphries. Viele Sänger auf der Bühne, gute Produktionen und qualitativ hochwertig. Das ist wichtig, dass wir mit Qualität glänzen können. Weil wir nur die besten Musiker und die allerbesten Sänger zusammengesucht haben. Und ein anderer Freund von ihm sagte, dass er eigentlich mal ein Live-Projekt machen möchte. Da haben sie sich zusammengetan.

Und die beiden haben Sie dann angesprochen?
Ja, genau. Also ich bin selber seit zwanzig Jahren Studio-Sänger und habe für Gott und die ganze Welt gesungen. Und ich habe meine ganzen Freunde, die auch alle Studio-Sänger sind und wirklich zur Crème de la Crème der deutschen Studio-Szene gehören, zusammengeholt. Die werden jetzt das erste Mal überhaupt zusammen auf der Bühne stehen.

Ist das so ein Projekt, das nur einmal stattfindet oder was ist ihre Vision? Was soll daraus entstehen?
Nee, nee. Das ist jetzt nur der Anfang eines großen Projekts. Wir wissen ja nicht, wie weit es uns treibt. Wir hoffen natürlich, dass die Leute es so gut annehmen, dass wir irgendwann auch eine Welttournee starten können. Von Pinneberg in die Welt.

Wieso starten Sie in Pinneberg?
Weil der Erfinder, Wolfgang Schleiter, quasi hier aus Pinneberg kommt, weil er jetzt hier lebt. Die Idee ist hier geboren und wir haben auch die ganzen Meetings in Pinneberg abgehalten. Wir proben zwar in Buchholz, aber nur, weil wir hier nichts Adäquates gefunden haben.

Wieso kommen Sie gerade jetzt darauf, Flower-Power-Musik zu machen? Zur Zeit sind ja eher Deutscher Schlager und Schlager-Pop angesagt.
Alle versuchen jetzt Schlager zu machen, weil er gerade so groß ist. Aber wir haben einen etwas anderen Ansatz. Die Welt ist so voller Gewalt und die ganzen Probleme allgegenwärtig. Zur Flower-Power-Zeit gab es ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir sind eine Menschheit, wir achten aufeinander. Das geht in der heutigen Zeit so ein wenig verloren.

Welche ist denn Ihre Zielgruppe?
Jeder, der schöne Musik hören möchte. Das werden natürlich die Leute sein, die damals in ihrer Jugend diese Musik gehört haben. Ich bin ja etwas jünger, kenne diese Musik aber sehr gut und bin selbst ein riesiger Beatles-Fan. Obwohl ich sie selbst nie live gesehen habe und erst in der Zeit geboren bin. Ich würde mal sagen, genauso geht es den Generationen 30 und 35 – die werden alle diese Songs kennen.

Was erwartet die Zuschauer?
Wir sind keine Playback-Band. Nicht nur die Sänger, auch die Musiker gehören zur Crème de la Crème der Live-Musiker. Wir haben zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Keyboard.

Ist das Ganze so etwas wie ein Heraustreten aus dem Schatten des Studios der großen Künstler, um selbst etwas zu machen?
Wir haben nur Lust, gute Musik zu machen. Es ist heutzutage ja immer schwieriger, gute Musik zu machen. Es sind Songs, die nur ein, zwei Akkorde haben. Wir haben gemerkt, wir müssen einfach selbst mal nach vorn, das mal selbst machen, weil es sonst keiner macht. Und wir wollten etwas Neues machen.

Sie haben schon mit Westernhagen und Mr. President gearbeitet?
Wir alle haben eine unglaubliche Liste von Credits. Jeder kennt eigentlich unsere Stimmen irgendwoher: von Radio Jingles, Werbe Jingles, von Background Gesang, wir haben ja auch mit vielen großen Stars live gespielt.

Das sind aber viele verschiedene Musik-Stile.
Ja, das lernt man als Top-40- Musiker, so habe ich angefangen.

Was heißt das, Top-40-Musiker?
Das ist eine Band, die abends spielt und den DJ ersetzt. Also Hits, die gerade angesagt sind, die Top 40 der Charts. In dieser speziellen Szene gab es Bands wie Kentucky, Top Union, Rockoko, Tin Lizzy und Rockford. Aus diesen Bands sind diese ganzen Leute rekrutiert. Damals hat sich etwa Dieter Bohlen Kentucky angeguckt und gesagt, Mensch, die Sänger sind super, die hole ich mir ins Studio. So wurden sie zum Modern-Talking-Chor. Bohlen sagt natürlich, dass er immer alles allein gesungen hat. So sind wir in die Studio-Szene reingekommen. Beispielsweise bei „Ein Stern“ von DJ Ötzi, das ist mein Chor, den habe ich erfunden, arrangiert und selbst gesungen. Auch beim neuen Album von Helene Fischer, das jetzt herauskommt, bin ich dabei. Mit Santiano habe ich schon drei Nummer-eins-Hits mit den ersten drei Alben gehabt.

Sie haben auch bei Casting Shows mitgearbeitet?
Ja, ich war bei den Shows von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), als Alexander Klaws gewonnen hat, dabei. Aktuell ist Madeleine Lang, die mit uns auf der Bühne stehen wird, Vocal-Coach bei DSDS. Früher, als ich noch dabei war, war eigentlich nur Dieter Bohlen zu sehen. Das hat sich heute geändert. Madeleine ist ab und zu auch mal im Bild zu sehen. Dadurch hat sie eine eigene kleine Fangemeinde.

Wird es TV-Auftritte geben?
Wir haben die Fühler ausgestreckt. Am 26. September spielen wir bei der 90,3 Kultnacht.

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erstellt am 29.Aug.2015 | 16:00 Uhr

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