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Pinneberger Tageblatt

16. August 2017 | 20:07 Uhr

Pinneberg : Terra Preta schützt das Klima

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verein Umwelthaus erhält Spende für Brenntonne von Agenda-21-Gruppe. Herstellung besonders fruchtbarer Erde ermöglicht.

Pinneberg | Es klingt wie ein Wundermittel gegen den Klimawandel und ist einfach herzustellen: Terra Preta. Die „schwarze Erde aus dem Amazonas“ ist mit Holzkohle angereicherter Kompost – und erhält durch die Kohle die namensgebende schwarze Färbung. „Bereits vor 7000 Jahren wurde diese Erde im Amazonasgebiet verwendet“, sagt Harald Löhr vom Umwelthaus. „Die Böden in den Tropen sind eigentlich nicht sonderlich nährstoffreich, durch Terra Preta wurden sie fruchtbar gemacht“, so der 53-Jährige. Der Pinneberger ist stolz, dass der Entdeckergarten des Umwelthauses nun über eine Brenntonne verfügt, mit der sich Terra Preta herstellen lässt. Einen Testlauf mit der Erde führte er dieses Jahr bereits in seinem eigenen Garten durch. Sein Ergebnis: „Die Pflanzen gedeihen seitdem prächtiger denn je.“

Die Finanzierung der Tonnen übernahm die Agenda-Gruppe aus Rellingen. „Handwerklich umgesetzt haben es die Mitglieder vom Umwelthaus“, sagt Hans-Joachim Becker (64), von der Gruppe. Altes Gestrüpp und Zweige aus dem 2500 Quadratmeter großen Garten der Tangstedter Straße 99 werden nun in der Tonne in Kohle umgewandelt. Durch deren speziellen Aufbau entsteht eine Pyrolyseverbrennung. „Bei der Pyrolyse werden die organischen Verbindungen getrennt. Und es wird besonders wenig CO2 ausgestoßen“, erklärt Löhr. Stattdessen wird das Kohlenstoffdioxid in der Pflanzenkohle gebunden. „Und die Kohle lagert Wasser, Nährstoffe und viele Bodenlebewesen in ihrer porösen Struktur – wie ein Schwamm“, sagt Löhr. Der Hummusanteil werde durch diese natürliche Anreicherung in den Böden erhöht.

Weniger Emissionen in der Luft und ein nährstoffreicher Boden – manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass die schwarze Erde ein Beitrag zur Lösung der globalen Erderwärmung und zur Nahrungssicherung sein könnte. „Wir müssen perspektivisch denken – und Terra Preta ist wirklich enkeltauglich“, sagt auch Löhr.

Die entstehende Energie während der Verbrennung wird im Entdeckergarten ebenfalls genutzt: „Diesmal machen wir zum Beispiel eine Quiche auf dem Ofen“, sagt Volker Werkmeister (53), stellvertretender Vorsitzender des Umwelthauses. Die Zutaten dafür stammen ebenfalls aus dem Garten: Eier von den freilaufenden Hühnern, sowie frische Kräuter und Gemüse.

Für das nächste Jahr planen die Umwelthaus-Mitglieder Workshops rund um die schwarze Erde: „Wir wollen zum Beispiel Holzgas-Kocher bauen, um das Prinzip der Pyrolyseverbrennung zu erfahren. Und sogenannte Growtainer und Solarkocher selbst bauen“, verrät Löhr und hofft auf viele Teilnehmer.

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erstellt am 28.Okt.2014 | 14:00 Uhr

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