Katastrophenschutz : Technisches Hilfswerk und Kreis Pinneberg unterzeichnen Kooperationsvertrag

Arbeiten in Zukunft enger zusammen: THW und der Kreis Pinneberg.

Arbeiten in Zukunft enger zusammen: THW und der Kreis Pinneberg.

Damit entfallen zahlreiche bürokratische Hürden in den Kompetenzbereichen zwischen Kreis und THW. Bundesweit gibt es nur fünf solcher Grundlagenverträge.

shz.de von
23. Januar 2018, 10:00 Uhr

Pinneberg | Das Technische Hilfswerk (THW) und der Kreis Pinneberg haben ihre Zusammenarbeit im Katastrophenschutz intensiviert und einen neuen Grundlagenvertrag geschlossen. Nach Angaben der Beteiligten gibt es bundesweit erst fünf solcher Verträge. Die Vereinbarung gilt als Modell-Kontrakt für andere Kreise.

Die Kreisverwaltung Pinneberg arbeitet bereits seit langem mit den THW Ortsverbänden Barmstedt, Pinneberg und Elmshorn im Bereich der örtlichen Gefah-renabwehr und Katastrophenschutz zusammen, heißt es in einer Mitteilung des THW. Beispiele dafür seien die Bewältigung von Schäden nach Sturm und Hochwasser, sogenannte Elementarschäden, die Bewältigung von Ölschäden auf Gewässern, die Logistik und Verpflegung von Einsatzkräften, die Deichverteidigung, Rettung aus Höhen und Tiefen sowie die Bekämpfung von Tierseuchen. Für einige dieser Aufgaben sei den THW-Ortsverbänden Ausrüstung überlassen worden, die im Einsatzfall im Auftrag des Kreises vom THW eingesetzt werden könne.

Um die Zusammenarbeit zu vertiefen, haben das THW und der Kreis Pinneberg den neuen Grundlagenvertrag geschlossen. Er regelt laut THW unter anderem den Rahmen für die Überlassung von Ausrüstung und Material des Kreises an das THW wie etwa eine Sandsackfüllmaschine. Auch seien die Abrechnungsmodalitäten für Leistungen des THW im Kreisgebiet, insbesondere bei der örtlichen Gefahrenabwehr und im Katastrophenfall, konkretisiert sowie eine verbindliche Regelung zur gegenseitigen Information und Alarmierung des THW geregelt worden.

„Das Besondere an dem Vertrag ist, dass derlei Verträge bundesweit nur sehr selten sind und er im Umfang und Detailgrad als innovativ betrachtet werden kann. Gerade auch mit Blick darauf, dass er unbefristet gültig ist“, heißt es in der Mitteilung des THW. Besonders in Umfang und Detail bedeutet dies konkret: Zahlreiche bürokratische Hürden in den Kompetenzbereichen zwischen Kreis und THW werden genommen. Claus Böttcher vom THW Pinneberg nennt Beispiele: Für die Benutzung von Kettensägen gelten jetzt einheitlich die Einweisungsregeln des THW, die Einsatzleitstelle kann die Feuerwehren jetzt auch auf freie Ressourcen des THW hinweisen und Kreisbehörden sind nicht mehr gezwungen, Feuerwehren zu alarmieren, wenn der Einsatz des THW zweckmäßiger ist.

„Die überwiegend ehrenamtlich erbrachten Leistungen des THW in herausfordernden Schadenslagen findet in Gremien und der Bevölkerung des Kreises breite Anerkennung. Seine Fähigkeiten konnte das THW im letzten Jahr mehrfach unter Beweis stellen, ich erinnere an die Stürme Xavier, Sebastian und Herwart sowie die Beinahe-Überflutung von Wedel“, sagte Landrat Oliver Stolz (parteilos).

„Mit diesem Vertrag erreichen wir, dass THW und Kreis die vorhandenen Ressourcen für den Bevölkerungsschutz bündeln und optimal nutzen“, sagte Dierk Hansen, THW-Landesbeauftragter für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. „So wird das Miteinander weiter gefördert und die Sicherheit der Bevölkerung gesteigert.“

„Dieser neue Vertrag regelt nicht nur die Modalitäten über das dem THW überlassene Katastrophenschutzmaterial. Er ist auch eine Würdigung der bisherigen Zusammenarbeit zwischen dem THW und dem Kreis“, sagte Stolz.

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