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Sozialarbeit in Rellingen : Teamstärke statt Einzelkampf

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bessere Betreuung an den Schulen: Drei neue Sozialpädagogen sollen helfen, die zahlreichen Konflikte der Schüler zu entschärfen.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Gleich drei neue Sozialpädagogen wurden eingestellt – Rellingen leistet sich eine bessere Betreuung an den Schulen. Dafür wurde viel Geld in die Hand genommen: Pro Jahr gibt die Gemeinde 159.000 Euro für die Schulsozialarbeit aus, 36 000 Euro stammen aus Bundes-, Landes- und Kreismitteln. Einstimmig wurde die Maßnahme von allen Parteien bewilligt.

Die Freude von Martina Wohlers darüber ist groß: Endlich hetzt sie nicht mehr alleine zu den Brennpunkten an Rellinger Schulen – denn davon gibt es genug. Angst vor der Trennung der Eltern bis hin zu häuslicher Gewalt sind Probleme, die Kinder mit in die Schule bringen. Die Gemeinde setzt von nun an auf Teamstärke statt Einzelkampf.

Die Einstellung von drei neuen Sozialpädagogen im August und Oktober vergangenen Jahres kommt allen zugute: den Schülern, Eltern, Lehrern und auch den Sozialpädagogen selbst. Sie profitieren vom gemeinsamen Austausch. Um auch mal Hilfe einzufordern oder über die Problemfälle zu reden, mit denen sich die Sozialpädagogen tagtäglich auseinandersetzen. Aber auch auf anderer Ebene ist der Zuwachs bereichernd: „Um die Kinder langfristig zu begleiten, ist es sinnvoll, dass meine Kollegen an anderen Rellinger Schulen tätig sind“, sagt Silke Dewitz (25). Zurzeit sind die Sozialpädagogen vorrangig als Feuerwehr unterwegs: Im Fokus stehen akute Einzelfälle. Aber: „Prävention sollte langfristig das große Ziel sein“, so Adrian Matthäi (26). Trotz der kurzen Zeit können die Neuen bereits den Erfolg verbuchen, dass sie angenommen werden – auch von den Eltern.

Auch die Schulleiter sind vom Rellinger Vorstoß begeistert: „Wir haben wesentlich weniger Konflikte, und ich fühle mich als Lehrer entlastet“, sagt Jochen Kähler, Rektor an der Caspar-Voght-Schule. Der Bedarf für einen verstärkten Einsatz der Sozialpädagogen in Grundschulen sei enorm. „Die Kinder werden verstärkt in schwierigen Situationen groß“, betont Sabine David-Glißmann, Leiterin der Brüder-Grimm-Schule.

Wird Rellingen sich dieses Angebot auch künftig leisten können? Auf die Gemeinde könnten nach der Finanzausgleichsreform des Landes (unsere Zeitung berichtete) 890.000 Euro Mehrkosten im Jahr zukommen. Für Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) steht die Schulsozialarbeit trotzdem nicht auf dem Spiel. „Wenn wir einen Engpass bekommen sollten, gibt es andere freiwillige Leistungen auf der Liste. Die Schulsozialarbeit ist für mich der letzte Punkt, den man angehen sollte“, sagt Radke.

Im Schulausschuss am Montag soll die Stelle von Adrian Matthäi auf der Tagesordnung stehen. Sie läuft im August aus. „Mein Wunsch ist, die Stelle zu entfristen“, betont Radke.

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