Verkaufsoffener Sonntag : Tausende Besucher im Winter-Wunderland in Halstenbek

Mit Kettensäge und Axt bearbeitete Bildhauerin Karina Cooper die Blöcke für ihre Eisskulptur.
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Mit Kettensäge und Axt bearbeitete Bildhauerin Karina Cooper die Blöcke für ihre Eisskulptur.

Snowboard-Simulator, Eiskünstlerin, Riesen-Rollrutsche - zahlreiche Besucher in der Halstenbeker Wohnmeile.

shz.de von
08. Januar 2018, 13:00 Uhr

Halstenbek | Die Passanten drehten sich um als Karina Cooper ihr Werkzeug anwarf. Laut kreischend fraß sich ihre Kettensäge durch den massiven Eisblock. „Mit Säge und Axt bearbeite ich das Material grob, dann kommen die Beitel zum Einsatz, die ohnehin Teil meiner alltäglichen Arbeit sind, um die Feinheiten auszuarbeiten“, sagte die Bildhauerin. Aus den kompakten Blöcken entstand nach und nach ein Eisbär mit dem Schriftzug  2018.

„Für mich ist es natürlich super, dass es heute Nacht noch mal richtig kalt geworden ist. Damit sind die Figuren länger haltbar“, sagte Cooper. Tausende Gäste nutzten den Verkaufsoffenen Sonntag mit Showprogramm unter dem Titel „Winter-Wunderland“ für einen Ausflug. Während Besucher und Aussteller am Sonntag die wärmenden Sonnenstrahlen suchten, war Cooper froh über ihren Schattenplatz vor der Modekette Adler. „Zu viel Sonne sorgt für Risse im Eis, was die Bearbeitung erschwert“, erläuterte die Bildhauerin, die je nach Jahreszeit mit Eis, Sand oder Holz arbeitet. „Eis ist am vergänglichsten. Das macht edie Arbeit so besonders, aber letztendlich sind auch Holz und Stein vergänglich. Es dauert nur deutlich länger.“

„Das schöne Wetter muss man einfach nutzen“, sagte Gudurn Gebel aus Eimsbüttel, die zusammen mit Freundin Kirsten Danckers aus Rissen durch die Geschäfte der Wohnmeile bummelte. „Wir haben uns vorgenommen, gemeinsam zu frühstücken und werden gleich ein wenig Bummeln“, sagte Gebel. Das sah bei Kerstin, Tim und Thomas Walensky aus Norderstedt anders aus. „Wir suchen einen Hängeschrank“, sagte Kerstin Walensky. Im Einkaufswagen befand sich allerdings ein Geschirrset. „Den Schrank haben wir nicht gefunden, aber jetzt haben wir halt neue Teller und Tassen“, sagte Thomas Walensky lachend bevor die Familie die Suche fortsetzte.

Spontankauf: Kerstin (von links), Tim und Thomas Walensky aus Norderstedt suchten einen Hängeschrank, aber im Einkaufskorb landete ein neues Geschirr-Set.
Bastian Fröhlig
Spontankauf: Kerstin (von links), Tim und Thomas Walensky aus Norderstedt suchten einen Hängeschrank, aber im Einkaufskorb landete ein neues Geschirr-Set.

Ramuntcho Peron und Loiuse (10) überbrückten die Wartezeit während ihre Mutter im Elektronikmarkt nach einem passenden Kabel suchte. „Wir haben im Tip Tageblatt am Sonntag spontan von der Veranstaltung gelesen und da meine Frau ohnehin einkaufen wollte, haben wir es kombiniert“, sagte Peron. Was sollte es denn sein? Er lachte auf: „Ein Ladekabel. Total unspannend. Aber dafür fährt man halt sonntags los.“ Gregor und Nadine Hevelke aus Halstenbek hatten auch ein klares Ziel: einen Kindersitz für Sohn Julien. Eigentlich wollten die drei auch gemeinsam in der Wohnmeile frühstücken. „Wir waren aber leider zu spät dran. Daher ist es ein Crêpe geworden“, sagte Nadine Hevelke. Seit Dezember betreiben Beate und Horst Uhse den Stand in der Wohnmeile, an dem es außer dem französischen Eierkuchen auch gebrannte Mandeln gibt. Wie kommen sie mit der Kälte klar? „Warme Unterwäsche und ein dickes Fell. Als Schausteller kennen wir das nicht anders“, sagte Horst Uhse. „Heute ist es aber so sonnig. Das ist mir fast schon zu warm.“

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