Tangstedter Sparclub löst sich auf

Der Vorsitzende Manfred Pöthke (links), Kassenwart Hans Matthiesen und das langjährige Mitglied Heide Ahrens blicken auf zahlreiche Aktivitäten zurück.
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Der Vorsitzende Manfred Pöthke (links), Kassenwart Hans Matthiesen und das langjährige Mitglied Heide Ahrens blicken auf zahlreiche Aktivitäten zurück.

Nach 24 Jahren im Amt steht der Vorsitzende Manfred Pöthke nicht mehr zur Verfügung / Mitglieder blicken auf 87 Jahre zurück

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20. Januar 2018, 11:23 Uhr

„Die Luft ist raus“, gibt Manfred Pöthke offen zu. 24 Jahre lang war er Vorsitzender des Tangstedter Sparclubs „Weihnachtsfreude“. „Bereits bei der Jahreshauptversammlung Anfang 2017 habe ich angekündigt, dass ich als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung stehe“ sagt er.

Ein Jahr lang sei er immer wieder die Liste der immerhin noch 71 Mitglieder durchgegangen – ohne Erfolg. Während einer Versammlung im Oktober war das Thema erneut auf der Agenda, doch es erklärte sich niemand bereit, den Posten zu übernehmen. „Da haben wir einen Mehrheitsbeschluss gefasst, den Sparclub zum 31. Dezember 2017 aufzulösen“, bedauert Pöthke.

Dennoch finde am Montag, 22. Januar, um 18 Uhr noch einmal eine Jahreshauptversanmmlung statt. „Wir müssen ja den Rechenschafts- und Kassenbericht aus dem vergangenen Jahr offenlegen“, erklärt der ehemalige Vorsitzende. Außerdem würden die Mitglieder anteilig das Vereinsvermögen ausbezahlt bekommen. „Für jeden gibt es 25 Euro“, sagt Pöthke. Er hoffe, dass die Mitglieder zahlreich erscheinen, um sich vom Sparclub im Anschluss an dessen letzte offizielle Versammlung mit einem gemeinsamen Grünkohlessen zu verabschieden.


Sparen, feiern und viele Ausfahrten

Gegründet wurde der Sparclub 1930. Wie der Name erahnen lässt, ging es zunächst in erster Linie darum, Geld für Weihnachtsgeschenke anzusparen. Der Holzkasten, in den die Mitglieder jede Woche ein paar D-Mark steckten, hing im „Tangstedter Hof“. „Von Beginn an wurde viel Wert auf gemeinsame Aktivitäten und Geselligkeit gelegt“, berichtet Ahrens. Sie recherchierte die Geschichte des Clubs bereits vor 25 Jahren für die Festzeitschrift des Dorfs anlässlich des 750-jährigen Bestehens.

In guter Erinnerung werden auch die zahlreichen Ausfahrten bleiben. „Anfangs hat der Festausschuss das alles noch selbst organisiert, später wurde die Aufgabe an ein Busunternehmen abgegeben, um das Risiko für den Sparclub zu minimieren“, berichtet Ahrens. Tagesausflüge wechselten sich in unregelmäßiger Reihenfolge mit Zwei-Tages-Touren ab. Es ging in den Harz, nach Bremen, Fehmarn, in die Lüneburger Heide, ans Steinhuder Meer und zu vielen anderen Zielen.

Die nähere Umgebung stand bei den jährlichen Fahrradtouren auf dem Programm. Anschließend wurde gegrillt und gefeiert. „Höhepunkt war immer die Weihnachtsfeier, bei der auch das gesparte Geld ausbezahlt wurde“, erinnert sich Pöthke. Allerdings seien die im Gasthaus ausgerichteten Feiern immer teurer geworden.

„Wir haben uns auch häufig aktiv am Dorfleben beteiligt“, berichtet Pöthke. In den 1980er Jahren etwa als Mitveranstalter beim Tangstedter Lumpenball oder beim Dorffest-Ausschuss. „Jetzt steuere ich auf die 80 zu, da habe ich keinen Drive mehr für Ideen“, sagt der scheidende Vorsitzende. So wird am Montag zum letzten Mal in geselliger Runde gefeiert, bevor der Sparclub zur Dorfgeschichte Tangstedts gehört.

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