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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 12:20 Uhr

Tangstedt ist fit für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erste Haushalte und Betriebe in der Gemeinde genießen schnelles Internet via Glasfasernetz / Verteilerstation in Betrieb genommen

Es ist ein unscheinbares kleines Backsteinhäuschen am Tangstedter Brummerackerweg, das so gar nicht nach Fortschritt aussieht. Doch hinter den Mauern verbirgt sich modernste Technik: Die sogenannte POP-Station, der Verteilerknoten des Glasfasernetzes, für das Tangstedt acht Jahre lang gekämpft hat und das gestern offiziell in Betrieb genommen wurde.

„Seit 2008 haben wir versucht das zu erreichen – und es war alles andere als einfach“, blickte Bürgermeisterin Henriette Krohn (parteilos) zurück. Sie dankte ausdrücklich den Gemeindevertretern aller Fraktionen für deren unermüdlichen persönlichen Einsatz. „Das ging in der heißen Phase bis hin zum sprichwörtlichen Klinkenputzen“, sagte Krohn.

Besonders hervorzuheben sei indes das Engagement des ehemaligen Bürgermeisters Detlef Goos (FDP), der alles in Bewegung gesetzt habe. „Ich ernte jetzt die Früchte der Arbeit anderer“, betonte Krohn. Es gebe nicht viele ländliche Gemeinden, die das Privileg des schnellen Internets hätten. „Acht private Haushalte und fünf Betriebe sind vor wenigen Tagen ans Netz angeschlossen worden und jeden Tag werden neue dazu kommen“, gab Krohn bekannt.

„Mir war schon vor Jahren klar, dass Tangstedt nur zukunftsfähig wird, wenn Glasfaser bis in jedes Haus verlegt ist“, sagte Goos. Damals hätten 66 Prozent der Haushalte mit einer Geschwindigkeit von weniger als einem Mbit pro Sekunde nur eine sehr geringe Leistung gehabt. „Auf der Suche nach Anbietern haben wir unzählige Gespräche geführt“, berichtete Goos.

Doch erst, als die Gemeinde Rellingen mit dem Norderstedter Anbieter Wilhelmtel über den Ausbau des dortigen Glasfasernetzes einig gewesen sei, habe ein Durchbruch erzielt werden können. „Es hat keine Woche gedauert, dann stand ich beim Geschäftsführer vor der Tür – mit dem Ziel, so lang dort zu bleiben, bis auch für Tangstedt eine Lösung in Sicht ist“, sagte Goos.

Theo Weirich, Geschäftsführer von Wilhelmtel, betonte, dass es ein großer Fortschritt für die Metropolregion sei, auch den ländlichen Raum mit schnellem Internet zu versorgen. „Das trägt dazu bei, die Landflucht zu stoppen – auch und gerade für Gewerbetreibende“, sagte Weirich. Er lobte den Mut der Bürgermeister, die Versprechen, die seitens der Politik an die Gemeinden gemacht wurden, auch einzufordern.


Schnelles Netz bald auch im Freien


Als nächstes Ziel nannte Weirich die schnelle Verbindung im Freien. „Ich stelle in Norderstedt, wo es das bereits gibt, immer wieder fest, dass Fahrzeuge anhalten, weil die Insassen das Netz nutzen, um unterwegs ihre Daten abgleichen zu können“, berichtete der Geschäftsführer. Telefonie werde immer unwichtiger, die Kommunikationswege seien einer beständigen Veränderung unterzogen. „Wir müssen uns von der Knechtschaft alter Strukturen befreien“, so die Forderung Weirichs.

Begonnen hatte der Ausbau im August vergangenen Jahres. Zuvor musste die Gemeinde jedoch dafür sorgen, dass mindestens 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag mit Wilhelmtel abschließen. Dies gelang in teils mühevoller Überzeugungsarbeit und mit zahlreichen Informations-Veranstaltungen vor Ort. 15 Kilometer Glasfaser wurden verlegt, weitere 13 Kilometer Kabel bislang in den Haushalten installiert – weitere 52 Kilometer werden folgen. Ab April wird die Bandbreite auf 250 Mbit pro Sekunde erhöht.

Für potenzielle weitere Kunden im Dorf steht das Team des Anbieters am Donnerstag, 3. März, noch einmal von 16.30 bis 19 Uhr in Sellhorns Gasthof, Dorfstraße 118, für Fragen und Beratungen zur Verfügung. Darüber hinaus wird bis zum Sommer im Rellinger Kundenzentrum, Hohle Straße 30, jeden Dienstag von 11 bis 17 Uhr ein Berater für Tangstedter als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

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erstellt am 26.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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