Tagespflege: Kreis zieht Konsequenzen

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17. November 2012, 01:14 Uhr

Tangstedt/Appen/ Borstel-Hohenraden | Die Empörung der Tangstedter Politiker war groß: Zwei Mütter, die sich zur Ausbildung als Tagesmutter bei der Familienbildungsstätte Pinneberg angemeldet hatten, waren abgelehnt worden. Als Begründung führt die Einrichtung an, dass "die Gemeinde Tangstedt sich nicht mehr an den Kosten des Projekts Kindertagespflege beteiligt."

Gleiches könnte Frauen und Männern aus Appen und Borstel-Hohenraden widerfahren, denn diese Gemeinden waren nicht bereit, den geforderten Jahresbeitrag zu bezahlen. "Ich kann das nicht glauben, das ist eine Aufgabe des Kreises, die er an die Einrichtung delegiert hat", empörte sich Bürgermeister Detlef Goos (FDP).

"Die Gemeindevertreter wussten über die Konsequenzen Bescheid", hält Maren Kohn, stellvertretende Leiterin der Pinneberger Einrichtung, dagegen. Monatelang seien Gespräche mit allen Gemeinden geführt und erklärt worden, warum das bisherige System geändert und die Kosten angehoben werden müssten. Für Tangstedt bedeutete das eine Erhöhung von 600 auf 1400 Euro im Jahr. "Berechnungsgrundlage waren die Betreuungszahlen des Vor jahres", so Kohn. Letztlich sei die Einrichtung an die Vor gaben des Auftraggebers, dem Kreis Pinneberg, gebunden.

Kreispressesprecher Marc Trampe erklärt, dass der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab August 2013 der Hintergrund sei. "Die Eltern haben die Wahlfreiheit zwischen Krippenplatz und Tagespflege, diese beiden Möglichkeiten sind gleichberechtigt", so Trampe. Da bei der Schaffung von Krippenplätzen die Gemeinde an den Kosten beteiligt werde, müsse dies auch bei der Ausbildung und Betreuung von Tagesmüttern oder -vätern der Fall sein. "Wir sorgen als Kreis für die Basisversorgung gegen einen geringen Jahresbeitrag der Gemeinden." Die Qualifizierung zur Tagesmutter sei auch bei anderen Institutionen möglich.

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