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Versorgungsengpass bei Kinderbetreuung : Tagesmütter verzweifelt gesucht

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Egal ob in Elmshorn, Barmstedt, Quickborn oder Rellingen: Die Familienbildungsstätten des Kreises schlagen Alarm. Doch nicht nur das fehlende Personal bereitet Sorgen - auch die Finanzierung der Betreuung.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Die Familienbildungsstätten (FBS) des Kreises Pinneberg schlagen Alarm: Es wird dringend mehr Personal in der Kindertagespflege benötigt. Die Betreuung speziell von Kindern unter drei Jahren hat in den vergangenen Monaten so stark zugenommen, dass die FBS nicht mehr genügend Tagesmütter hat. Hintergrund: Zahlreiche Kommunen wie beispielsweise Rellingen und Quickborn forcierten die Suche nach Tagesmüttern, um die vom Bund vorgegebene Krippenplatz-Quote für die unter Dreijährigen von 35 Prozent zu erfüllen.

Aber auch in Elmshorn, Barmstedt und Klein Nordende sei der Bedarf gewaltig. „Wenn wir nicht mehr Personal finden, droht ein Versorgungsengpass“, sagt FBS-Leiterin Hanna Braatz. Ihre Einrichtung ist für die Tagespflege in den Städten Elmshorn und Barmstedt sowie den Kommunen der Ämter Elmshorn-Land und Rantzau sowie im Gemeindebezirk Hörnerkirchen zuständig.

Trotz der vielen neu geschaffenen Krippenplätze in den Kommunen durch die Initiative der Bundesregierung, boomt der Tagespflege-Sektor in der Region Elmshorn. Wurden 2011 noch 548 Kinder durch die FBS betreut, waren es im vergangenen Jahr schon 640 – die Tendenz sei weiter steigend, betont Braatz. In Elmshorn stieg die Zahl von 325 auf 391, Barmstedt legte nur wenig von 44 auf 47 zu und in Klein Nordende wurden 2012 statt 30 dann 45 Mädchen und Jungen betreut.

Außer dem Personal sorgte auch die Finanzierung der Betreuung für Probleme. Die Kofinanzierung vom Kreis Pinneberg und den Kommunen war laut Braatz nicht ausreichend. Die Gemeinden meldeten mehr Kinder an als abgerechnet wurden.

Das wird sich nun ändern. Seit Ende des vergangenen Jahres ist die FBS mit den Kommunen im Gespräch, um neue Lösungen zu finden. Erste Erfolge wurden bereits erzielt. Mit Barmstedt, Klein Nordende und Kölln-Reisiek sind inzwischen Zusatzvereinbarungen für die Bereitstellung der erforderlichen Betreuungsplätze getroffen worden. Auch die Gemeindevertreter von Brande-Hörnerkirchen haben bereits zugestimmt. Nur die Unterschrift fehlt noch. „Die Kommunen zahlen pro Platz und Jahr einen festen Betrag an uns“, erläutert Braatz. Das gebe Planungssicherheit.

Derzeit arbeiten 85 Tagesmütter und -väter unter der Regie der Elmshorner Familienbildungsstätte. Zu wenig, um den Bedarf zu decken. Im Januar startet die nächste Ausbildung bei der FBS. „Noch haben wir zu wenig Anmeldungen. Wir brauchen dringend Personal. Auch Vertretungskräfte suchen wir händeringend“, betont FBS-Mitarbeiterin Elisabeth Pauls.

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