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Pinneberger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:44 Uhr

Pinneberg : Symbiose aus Musik und Zeichnung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Klarinettenensemble der Musikschule konzertiert morgen in der Drostei. Einjähriges Projekt mit grafischen Notationen.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Es ist ein besonderes Projekt des Klarinettenensembles der Pinneberger Musikschule und der Comenius-Schule: Das Ensemble hat unter Leitung von Dirk Gerschler eine Brücke zwischen Zeichnungen und Musik geschlagen. „Das besondere an dem Vorhaben ist, dass hier sowohl das Ensemble, die Kunstgruppe und der Einzelne sehr viel Kreativität einbringt“, sagt Musikschulleiter Winfried Richter. Die insgesamt fünf Klarinettisten spielen eine Komposition, die statt aus gängigen Noten aus Punkten und Strichen besteht. Trotzdem ist es ein durchkomponiertes Werk. Am morgigen Sonntag konzertieren sie zum Projekt-Abschluss in der Pinneberger Drostei.

Insgesamt haben 27 Schüler unter Leitung von Kunstlehrerin Kirsten Kock Grafiken erstellt. Für sechs davon hat sich Gerschler mit seinem Team entschieden. Daraufhin hat das Ensemble die sogenannten grafischen Notationen einstudiert. Das kürzeste Stück dauert gerade einmal fünf Sekunden, das längste Stück 30 Sekunden. Zusätzlich spielen die Klarinettisten in der Drostei Kompositionen aus der englischen Renaissance.

Doch was sind grafische Notationen genau? Dabei werden zusätzlich zu den herkömmlichen Elementen der Notenschrift oder anstelle derselben andere Symbole und Texte verwendet. Zum Teil wird auch mit Farben gearbeitet, um die Ausführung eines Musikstücks zu beschreiben. Seit dem 20. Jahrhundert wird diese Form in der experimentellen und Avantgarde-Musik verwendet.

„Erläuterungen und Diskussionen der Stücke machen schnell klar, dass in grafischen Notationen keinesfalls Willkür herrscht“, so Klarinettenlehrer Gerschler. Vielmehr müssen musikalische Parameter sichtbar sein, um einem Bild eine nicht zufällige musikalische Gestalt zu verleihen.

„Das Vorhaben war ein interessantes Erlebnis“, bilanziert Kunstschüler und Schlagzeuger Jeremy Steinwede (17). Er habe die „Melodie im Kopf gehabt, die er originalgetreu nachzeichnete“. Er sei gespannt, wie das Ensemble ihre Stücke umsetze. Auch Ann-Kathrin Dittmer (19) vom Ensemble lobte das Prozedere:„Die kreative Herangehensweise ist eine Abwechslung zu den normalen Stücke gewesen.“

Das Projekt konnte dank der Förderung durch die Hamburger Ritterstiftung realisiert werden. Sie ermöglicht dadurch den Teilnehmern und einem breiteren Publikum Zugang zu zeitgenössischer Musik. „Dass damit zugleich an die Ausstellung ‚Sounding Pictures‘ in der Drostei angeknüpft wird, dürfte für viele Musikliebhaber und Freunde der bildenden Kunst das Konzert zum spannenden Erlebnis werden lassen“, sagt Richter.

Der Eintritt in der Drostei, Dingstätte 23, ist am Sonntag, 22. Februar, frei, um Spenden wird gebeten.

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