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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 21:50 Uhr

Pinneberg : SummerJazz steht auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sponsoren werden dringend gesucht. Laut Organisator Günter Kleinschmidt ist die 20. Ausgabe des Festivals in der Cityfraglich.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Vier Tage Musik in der City. Vier Tage Volksfest. Das Pinneberger SummerJazz-Festival lockte geschätzte 30.000 Fans in die Innenstadt. Es könnte die letzte Party dieser Art gewesen sein. Organisator Günter Kleinschmidt bestätigte gestern, dass die Finanzierung des Spektakels für 2015 viele Fragen offen lässt. „Ja, Pinneberg muss um das Festival zittern“, so Kleinschmidt.

Hintergrund: Ein wichtiger Sponsor hat angekündigt, auszusteigen. Nach aktuellem Stand gibt es zudem weniger Geld von der öffentlichen Hand. Und auch die Musik-Fans tragen Mitschuld an der derzeitigen Ungewissheit. Von den im Vorfeld aufgelegten 4000 SummerJazz-Pins blieben 500 in den Auslagen der Verkäufer liegen. Die sechs Euro teuren Pins gelten eigentlich als Eintrittskarte, ihr Erwerb ist jedoch bislang freiwillig. Das nutzt manch einer aus. Einkalkulierte 3000 Euro fehlen den Veranstaltern jetzt in der Kasse. 

Dass das einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, daraus macht  Kleinschmidt, der Spiritus Rektor des Fests, kein Geheimnis. Wird doch deutlich, dass manch Pinneberger nicht begriffen hat, wie viel ehrenamtliches Engagement hinter dem Festival steckt. „Es ist unglaublich, welche Ausreden sich Menschen einfallen lassen, um keinen Pin kaufen zu müssen“, sagt er.

Fakt ist: Das Budget des viertägigen Musik-Marathons liegt bei 80.000 Euro. Hinzu kommen geldwerte Leistungen, auf die die Organisatoren um Fördervereins-Chef Kleinschmidt angewiesen sind. 40 Prozent des Budgets müssten schon jetzt über Pin-Verkauf und Merchandising erwirtschaftet werden, so Kleinschmidt. Er kündigt eine Sponsoren- und Marketing-Offensive an. Schließlich stünde 2015 ein runder Geburtstag an. „Ja, ich hätte sehr gern eine 20.Auflage“, so der Fördervereinschef. Klar sei aber auch: „Wenn wir es nur gerade so mit hängender Zunge hinbekommen, wäre das auch eine Gelegenheit, danach Schluss zum machen.“ 

Andernorts leckt man sich übrigens die Finger nach dem seit 19 Jahren funktionierenden Konzept – und blickt neidisch an die Pinnau. Aus dem Kreis Pinneberg habe es sogar schon Standort-Angebote gegeben, so Kleinschmidt. Von wo, behält er für sich. „SummerJazz ist zu einer Marke geworden. Und das haben wir uns hart erarbeitet.“ Am vergangenen Wochenende waren auch überregionale Medien in der derzeit an ihrem Image feilenden Kreisstadt zu Gast, um positiv über die Jazz-Party zu berichten.

Kleinschmidt schließt auch nicht aus, dass das Festival 2015 angesichts der Finanzprobleme schlanker ausfällt, womöglich um einen Tag gekürzt wird. „Wir diskutieren alles.“ Sollte es für die 20. Ausgabe des SummerJazz reichen, könnte Kleinschmidt sich in puncto Festival-Motto einen lang gehegten Wunsch erfüllen. „Ich träume seit Jahren von Jazz meets Klezmer“, sagt der frühere Chef der Pinneberger Wirtschaftsgemeinschaft.

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