Süße Walzermusik zum Ausklang

So feiert man Silvester: Pianist Waldemar Saez-Eggers (von links), Violinistin Ewelina Nowicka, Flötistin Mariola Rutschka, Musikschulleiter Winfried Richter und Sopranistin Svenja Liebrecht bereiteten einen fantastischen Auftakt zum Jahrescountdown. fko
So feiert man Silvester: Pianist Waldemar Saez-Eggers (von links), Violinistin Ewelina Nowicka, Flötistin Mariola Rutschka, Musikschulleiter Winfried Richter und Sopranistin Svenja Liebrecht bereiteten einen fantastischen Auftakt zum Jahrescountdown. fko

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02. Januar 2013, 01:14 Uhr

Pinneberg | "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" könnte als Motto des ausverkauften Silvesterkonzertes 2012 der Pinneberger Musikschule gelten: Gut drei Viertel der Stücke auf dem Programm standen im Dreivierteltakt und boten reichlich Gelegenheit zum Mitschunkeln. Der Ausklang des alten Jahres wurde traditionell vom Jahreszeiten Trio mit Klassikern der Wiener Operette und des Musical gefeiert. Flötistin Mariola Rutschka, Violinistin Ewelina Nowicka und Pianist Waldemar Saez-Eggers bekamen dieses Mal Unterstützung von der Elmshorner Koloratursopranistin Svenja Liebrecht.

Musikschulleiter Winfried Richter leitete durch den Abend, 2012 wieder mit dem tradierten Zylinder, der seit den Anfängen zu dem Konzert gehört und 2011 bitterlich vermisst wurde. "Keiner weiß genau, wie lange wir das Silvesterkonzert jetzt schon ausrichten", sagte Richter, "nur so viel: Es sind schon weit mehr als 20 Jahre." Walzerkönig Johann Strauß, der einen Programmschwerpunkt bildete, machte erneut mit "An der schönen blauen Donau" den Anfang. Auch andere Stücke waren wieder dabei, wie etwa Henry Mancinis "Moon River" aus "Frühstück bei Tiffany" (nebenbei auch ein Walzer) sowie Frederick Loewes "Ich hätt getanzt heut Nacht" aus "My fair Lady". Die aufeinander eingespielten Musiker harmonierten wie erwartet und überzeugten erneut mit ihrem ausgewogenen Klangbild. Sopranistin Liebrecht sang mit einer Stimmgewalt, die den leichten Operetten- und Musicalstücken einen Hauch von großer Oper verlieh. Giuseppe Verdis "Brindisi" aus "La Traviata" brachte ihr dementsprechend lautstarken Applaus mit Pfiffen und Bravorufen ein. Zwischen den Stücken wartete Richter mit kleinen Anekdoten auf. Vor Leonard Bernsteins "I feel pretty" aus "West Side Story" berichtete er aus eigener Erfahrung über den Komponisten: "Wenn er dirigiert hat, war niemand sein Freund. Ansonsten konnte er alle drücken, egal ob er sie kannte oder nicht."

Aufgrund einer weiteren Verpflichtung der Musiker am selben Abend mussten nach der Pause kurzfristig Programmänderungen vorgenommen werden. Zunächst wurde Vittorio Montis "Czardas" und Johann Strauß "Kaiserwalzer" gestrichen.

Doch im letzten Moment entschied sich Saez-Eggers, den Monti doch zu spielen. Was für ein Glück für das Publikum: Das Stück für Solovioline mit Klavierbegleitung entpuppte sich als eines der stärksten des Abends. Nowicka bestach mit technisch präzisem Spiel, das aber nichts an Gefühl oder Intensität einbüßte. Der Silvesterabend wurde danach wie üblich mit dem "Radetzky Marsch" von Johann Strauß (Vater) beschlossen.

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