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Kreis Pinneberg : Südlink: Land und Bund sollen helfen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kommunen setzen auf eine veränderte Trasse durch den Bau der Autobahn 20.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | „Es war heute ein sehr angenehmes Gespräch“, bilanzierte Rainer Jürgensen, der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Moorrege, nach einem Treffen mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet zum Projekt Südlink. John Karl Herrmann und Carolin Kürth, Referenten für Bürgerbeteiligung bei Tennet, stellten sich im Amt Moorrege den Fragen der Bürgermeister der Gemeinden Groß Nordende, Haselau, Haseldorf, Hetlingen, Moorrege, Neuendeich, Raa-Besenbek, Seester und der Stadt Uetersen.

„Wir werden uns nun an die Landtags- und Bundestagsabgeordneten für den Kreis Pinneberg wenden“, sagte Ute Ehmke, Bürgermeisterin der Gemeinde Groß Nordende. In Niedersachsen gebe es eine Regelung, dass bei Überlandleitungen ein Abstand von 400 Metern zur Wohnungsbebauung eingehalten werden müsse. „Das gibt es in Schleswig-Holstein nicht“, stellte sie fest. Darum sollen sich die Landtagsabgeordneten kümmern. Die lokalen Bundestagsabgeordneten sollen das Thema Ausbau der A20 vorantreiben. Mit der angedachten Westquerung könnte sich auch das Thema Stromtrasse erledigen. „Für uns gilt das Bündelungsgebot und daran werden wir gemessen“, erläuterte Herrmann. Aktuell sei die Bündelung durch die bereits bestehende Leitungsführung bei Hetlingen gegeben, die von Tennet favorisiert wird. Sollte die A20 bis Glückstadt ausgebaut werden oder der Planfeststellungsbeschluss getroffen werden, könnte die Trasse an die Führung der Autobahn gekoppelt werden.

Der Zeitplan von Tennet sehe den Abschluss des förmlichen Verfahrens im kommenden Jahr vor. Der Planfeststellungsbeschluss solle 2016/2017 erfolgen. „Dann könnten wir 2018 mit den Bauarbeiten beginnen“, sagte Herrmann, der einräumte, dass die Überquerung der Elbe immer ein schwieriges Unterfangen darstelle – technisch, aber auch wegen der Vogelschutzgebiete und der vorhandenen Bebauung. Zudem wurde die Möglichkeit diskutiert, Erdkabel zu verlegen. „Die Erdkabeloption wird relevant, wenn die richtigen Kriterien vorliegen. Ob und wie die Nutzung möglich ist, ist beim derzeitigen Planungsstand reine Spekulation“, sagte Herrmann. Zwischen den Zeilen klang durch: Wo Tennet es umsetzen müsse, würde der Leitungsbetreiber Erdkabel einsetzen, aber sonst die kostengünstigeren Hochleitungen wählen.

„Es geht darum, einen Weg zu finden, wie alle mit den ganzen Belastungen leben können“, sagte Jürgensen zum Abschluss des mehr als dreistündigen Treffens. Hetlingens Bürgermeisterin Monika Riekhof stellte gegenüber dieser Zeitung die Frage: „Wo will man das noch machen?“ Mit den Elbekreuzungen 1 und 2, den höchsten Freileitungsmasten Europas, dem Klärwerk und dem Elbdüker für Gas- und Telekommunikationsnetze mute man den Bürgern schon jetzt einiges zu.

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