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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 09:57 Uhr

Suchtprävention mal ganz anders

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Halstenbek: Schüler des Wolfgang-Borchert-Gymnasium setzen sich eine Woche lang mit Bewältigungsmethoden auseinander

In der Projektwoche des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums der Baumschulgemeinde Halstenbek wählten die Schüler des   Einführungsjahrgangs verschiedene Projekte meist zum Thema Suchtprävention. Die Angebote gingen von Yoga und Malen bis Bogenschießen. Unterstützt wurden die Jugendlichen in den Projekten unter anderem durch Jugendpfleger.

Beim Projekt Malen unter dem Motto „Das Fenster zur Seele   – mit und ohne Rauschgardine“ entwickelten die insgesamt zehn Teilnehmer mit Ortsjugenpflegerin und Kunsttherapeutin Daniela Spitzar eigene Werke. Diese stellten das äußere und innere Bild eines Abhängigen dar. „Es geht darum, wie Drogen den Blick zur Welt verhängen. Deswegen Rauschgardine“, sagte Schülerin Lisa Sextro (15). Im Voraus besuchte die Gruppe eine Picasso-Ausstellung und erarbeitete im theoretischen Teil Gründe, Wirkungen und Folgen von Drogen. Danach entstanden in etwa fünf bis sechs Stunden neue Meisterwerke. „Viele haben hier ohne Pause durchgearbeitet“, freute sich Projektleiterin Spitzar.

Dirk Rößner, Leiter der Bogenbaugruppe: „Bei unserem Kursus sehen Außenstehende nicht direkt den Zusammenhang mit Suchtprävention.“ Durch das eigene Herstellen von Bögen und Pfeilen soll das Selbstwertgefühl der Jugendlichen steigen und so vorgebeugt werden, dass sie einer Sucht verfallen.

Die Sucht soll außerdem durch Erfolgserlebnisse, wie das schnelle Erlernen vom Bogenschießen, ersetzt werden. „Die Schüler sollen lernen, loslassen zu können“, so Rößner. Diese Methode werde auch bei Therapien eingesetzt. Dabei schreibe man die persönlichen Ziele und Wünsche auf einen Zettel und klebe sie auf die Zielscheibe. Durch das Abschießen dieser, verstünden die Patienten, sich im Alltagsleben auf eigene Ziele zu fokussieren. „Mir gefiel das Projekt, weil es nicht so stocksteif wie andere Präventionen ist“, äußerte sich Sebastian Wagner (17). „Die Theorie über Sucht kam etwas zu kurz“,   fügte Rößner hinzu. „Aber allein der Spaß an der Sache macht auch eine Menge aus. Außerdem ist es draußen in der Natur.“

Die Schüler hatten Spaß an dem Projekt und waren überrascht, wie schnell sie Schießen gelernt haben. Rößner: „Das Schönste ist, dass die meisten Teilnehmer hier keine Probleme mit Sucht haben.“

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