Leerstand : Stühlerücken in der Pinneberger Rathauspassage

Bei mehreren Geschäften zu lesen: „Alles muss raus“ – in der Rathauspassage wechseln die Anbieter.

Bei mehreren Geschäften zu lesen: „Alles muss raus“ – in der Rathauspassage wechseln die Anbieter.

Fünf Geschäfte verlassen das Pinneberger Center. Dafür wechselt Takko von Prisdorf nach Pinneberg.

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20. Februar 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | „Ja, es stimmt.“ Dirsko von Pfeil, Pressesprecher der AVW AG, die die Rathauspassage in Pinneberg betreibt, bestätigt die Gerüchte, die in der Stadt kursieren: In der Passage beginnt ein großes Stühlerücken. Nach dem Auszug der Kindermodefiliale von C&A wird in den nächsten Wochen der Buchhandel Hugendubel in die freiwerdenden Geschäftsräume einziehen. Eröffnet wird am Donnerstag, 15. März. Die Ladenfläche von Hugendubel wird wiederum übernommen von dem Bekleidungsgeschäft Takko. Die Prisdorfer Filiale am Peiner Hag zieht in der Rathauspassage ein – in Prisdorf wird Takko schließen. Ricarda Edler, Pressesprecherin der Takko Fashion GmbH, erläutert: „Wir haben uns entschlossen, unseren angemieteten Standort aufzugeben, da das Standortumfeld nicht mehr hinreichend unseren Vorstellungen entspricht.“ Besserung verspricht man sich von Pinneberg: „Wir sind davon überzeugt, dass wir vor Ort sehr gut aufgestellt sind und erhoffen uns einen langfristigen Erfolg für diesen Standort.“ Wann die Neueröffnung in der Rathauspassage stattfindet, steht laut Edler noch nicht fest.

Unterdessen ziehen dort auch Thevs & Co. sowie Cecil aus. Nachdem der Auszug von Bonita schon länger feststand, wurden mit Cecil zuletzt noch Gespräche über eine mögliche Verlängerung des Mietvertrages geführt. Ebenso mit Thevs. „Wir haben uns mit beiden Partnern zusammengesetzt, konnten aber keine Einigung hinsichtlich der Konditionen erzielen“, sagt von Pfeil. „Die Mietverträge werden jetzt ganz normal auslaufen.“ Aber: Die Mode von Cecil wird weiterhin in der Passage zu finden sein, bei Street One.

Getroffen hat die Verantwortlichen allerdings der Abgang von Elanza Fashion & Home, auf den seit einigen Wochen mit großen roten Schildern und Prozentaktionen hingewiesen wird. Nur wenige Monate nach der Eröffnung wird das Geschäft die Passage schon wieder verlassen – nachdem es die Fläche von der insolventen Tochter Strauss übernommen hatte, ging es selbst in die Pleite. „Elanza hat Insolvenz angemeldet“, erläutert von Pfeil. „Das hat uns sehr überrascht. Wir waren positiv gestimmt, dass es dort weitergeht, sonst hätten wir das gar nicht gemacht.“ Jetzt muss ein Nachmieter her.

Fünf Geschäfte verlassen laut von Pfeil insgesamt die Passage. „Weitere Verträge laufen nicht aus. Wir gehen davon aus, dass es das jetzt ist.“ Dramatisieren will er die Auszugswelle nicht. „Das ist normales Tagesgeschäft und das übliche Verfahren bei Handelsverfahren.“ Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa gibt ihm Recht. „Es handelt sich hier um ganz normale Veränderungen im Mieterbesatz“, sagt er. Erst im vergangenen Jahr wurde verkündet, dass der Leerstand in der Innenstadt auf 6,6 Prozent reduziert werden konnte. Den Exodus in der Rathauspassage sieht Krappa dabei nicht als Problem. „Nicht jeder vom Einzelhandel langfristig abgeschlossene Mietvertrag wird automatisch verlängert“, erläutert Krappa. „Ich bin zuversichtlich, dass schon bald wieder alle Flächen mit interessanten Angeboten belegt sein werden.“ Die Rathauspassage sei eine 1A-Lage und Dienstleister wie das Finanzamt oder die Sparkasse säßen nach wie vor fest im Sattel.

Was mit den freiwerdenden Flächen geschehen wird, steht indessen noch immer nicht fest. Die Verhandlungen laufen laut von Pfeil weiter. „Wir hoffen auf schnelle Vermietung. Potenzielle Mieter müssen zuerst vom Standort überzeugt werden.“ Denn Leerstand ist schlecht für die Passage: Die Mieteinnahmen sind wichtig für die Finanzierung. „Das ist ein laufender Prozess. Wir gucken uns die Mieter genau an und schauen auch, wie die hier reinpassen könnten.“ Inwieweit die Passage dafür umgestaltet werden muss, zeigt sich erst dann. „Dazu haben wir aktuell noch keine Planungen.“

Auch so soll der Umbau in den Geschäften die Kunden nicht stören. Die Schaufenster werden verhangen. „Es sind keine großen Arbeiten nötig“, sagt von Pfeil. „Und sie finden in den Abendstunden statt, damit die Kunden nicht beeinträchtigt werden.“

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