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Perspektiven für Rellingen : Studenten aus Hamburg präsentieren Ergebnisse ihrer Langzeituntersuchung

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Vorsitzende des Rellinger Ausschusses für Bauwesen und Umwelt hatte großen Anteil daran, dass die HafenCity Universität Hamburg (HCU) Rellingen ein halbes Jahr lang unter die Lupe nahm.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 14:00 Uhr

Rellingen | „Uns wird der Spiegel aus der Sicht von jungen Leuten vorgehalten“, sagte Eckhard Schlesselmann (CDU). Der Vorsitzende des Rellinger Ausschusses für Bauwesen und Umwelt hatte großen Anteil daran, dass die HafenCity Universität Hamburg (HCU) Rellingen ein halbes Jahr lang unter die Lupe nahm. Ist-Zustand, kurzfristige Perspektiven, langfristige Entwicklungen – zehn Studenten fassten auf 124 Seiten zusammen, wohin die Reise in der Baumschulgemeinde gehen könnte.

350 Arbeitsstunden investierten die Nachwuchswissenschaftler dafür in den vergangenen sechs Monaten. Die Ergebnisse des Projekts „Sites and Scenes of Suburbia“ stellten die Studenten nun im Rathaus mehreren Vertretern aus Politik und Verwaltung vor.

Trotz aller Eigenarten ist Rellingen ein recht typisch suburbaner Raum zwischen Stadt und Land“, fasste Jannik Cikursch, einer der Verfasser der Studie, zusammen. Auffallend sei, dass die Gemeinde ein stark vom Verkehr geprägter Durchfahrtsort ist, in dem mehr als ein Drittel der Bewohner älter als 55 Jahre ist. Die Altersstruktur sei ein Grund dafür, dass außerhalb der Vereine kaum Angebote für Jugendliche existieren. Weitere Mängel laut der Studie: Öffentliche Räume werden kaum genutzt und es gibt zu wenige Aufenthaltsmöglichkeiten. Auch die große Distanz zwischen den einzelnen Ortsteilen hoben die Studenten hervor. Zudem fiel ihnen auf, dass die meisten Einwohner sich in ihre privaten Räume zurückziehen. Hohe Hecken und Zäune seien ein Kennzeichen der vielen Einfamilienhäuser.

Deshalb ist eines der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung: Rellingen braucht neue Begegnungsräume. Um die zu schaffen, werden unter anderem die Errichtung eines Wanderwegs an der Mühlenau und der Bau einer Aussichtsplattform vorgeschlagen. Zudem sollen kurzfristig ein Autokino und langfristig ein richtiges Kino ebenso wie gastronomische Angebote die Attraktivität der Gemeinde erhöhen. Eine Schule mit Oberstufe und ein S-Bahn-Anschluss würden die Gemeinde ebenfalls nach vorne bringen. Die Studenten räumten allerdings ein, dass es schwer werden könnte, diese Pläne zu finanzieren und geeignete Investoren zu finden. Doch auch durch einfache Maßnahmen könne viel bewegt werden, erklärten sie. So sollen beispielsweise Verkehrsinseln helfen, gegen das Image als Durchfahrtsort anzugehen. Um zusätzliche Treffpunkte zu schaffen, reiche es schon aus, mehr Sitzbänke aufzustellen.

Von den Vertretern aus Politik und Verwaltung gab es viel Lob für die ausführliche Studie. Bürgermeisterin Anja Radtke erklärte, dass sie interessante Einblicke über eine mögliche Entwicklung Rellingens erhalten habe, brach aber auch eine Lanze für die Gemeinde. „Ganz so negativ sehe ich meine Heimat nicht“, sagte sie.

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