Tangstedt : Streitschlichter übergibt sein Amt

Sie üben schon einmal für den Ernstfall: Der noch amtierende Schiedsmann  Manfred Poethke (links) übergibt das Zepter an Horst Voigtländer (Mitte), Stellvertreter bleibt Friedrich Wulf .
Sie üben schon einmal für den Ernstfall: Der noch amtierende Schiedsmann Friedrich Wulf (rechts) übergibt das Zepter an Horst Voigtländer (Mitte) und Manfred Poethke.

Tangstedt: Nach 29 Jahren hört Schiedsmann Manfred Poethke auf / Nachfolger Horst Voigtländer ist im Dorf gut bekannt

shz.de von
28. Juni 2014, 15:00 Uhr

Er ist von der Gemeindevertretung bereits gewählt. Lediglich die Vereidigung steht noch aus. Der ehemalige Sportvereinsvorsitzende Horst Voigtländer (69) wird am 1. August das Schiedsmannamt in Tangstedt übernehmen. Der bisherige Schiedsmann Manfred Poethke zieht nach Halstenbek und darf deswegen nicht länger Schiedsmann in Tangstedt sein.

„Unser Bürgermeister Detlef Goos meint, dass ich nicht mehr so viel zu tun habe, seitdem ich mein Amt als Vorsitzender des Sportvereins abgelegt habe“, scherzt Voigtländer. Bürgermeister Goos persönlich war es, der den Vater zweiter Töchter als neuen Kandidaten vorschlug.
 

Zeit, reichlich Lebenserfahrung und wohnhaft in Tangstedt: Der Diplom Betriebswirt bringt für das Amt einige Voraussetzungen mit. Horst Voigtländer genießt zudem als ehemaliger Sportsvereinsvorsitzender in der Gemeinde hohes Ansehen sowie einen ungewöhnlich großen Bekanntheitsgrad.

Er freut sich darauf, als neuer Schiedsmann Lehrgänge zu besuchen und sich mithilfe von Büchern Sachwissen anzueignen. Doch auch vom Gedankenaustausch mit seinen Kollegen, dem stellvertretenden Schiedsmann Friedrich Wulf und dem noch amtierenden Schiedsmann Manfred Poethke verspricht sich der Betriebswirt einiges. „Man lernt viel von den anderen“, weiß auch Wulf, der „dem Neuen“ zur Seite stehen möchte. „Ich stehe als Stellvertreter bereit, wenn Horst Voigtländer im Urlaub ist“, so Wulf.

Poethke sowie Wulf haben während ihres langjährigen Engagements als Schiedsmänner viel erlebt. Eine typische Ankedote erlebte Poethke vor 35 Jahren. Mit den Worten „Du, ik mut mit dir schnacken“, sei ein Tangstedter Bürger auf ihn zugekommen. Und sei fortgefahren: „Ik häv mir bös in die Wull krigen und nu will ik ihn verklogen.“ Im weiteren Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass die beiden Streithähne nach der Auseinandersetzung gar nicht weiter miteinander gesprochen hatten und die Gegenpartei den Streit eher auf die leichte Schulter nahm. Poethke setzte sich mit den Streithähnen zusammen; schon wenig später war der Vorfall vom Tisch. „Ein typischer Tür- und Angelfall“, erläuterte Poethke. „Nicht immer lassen sich Fälle so einfach lösen“, weiß Wulf.

In jedem Falle stehe der neue Schiedsmann vor Herausforderungen, bei denen er ihn unterstütze. Mit seinem ausgleichenden und nicht aufbrausenden Temperament bringt Voigtländer nach Ansicht von Poethke genau die richtigen Voraussetzungen mit. Der gebürtige Halstenbeker Voigtländer blickt seiner neuen Aufgabe mit Spannung entgegen. Das Motto des 69-Jährigen: „Über jeden Berg gibt es einen Weg, auch wenn man ihn vom Tal aus nicht sehen kann.“ Dass er bei Streitigkeiten zur Verfügung steht, möchte der neue Schiedsmann zukünftig im Veranstaltungskalender mehr publik machen.

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