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Kunst im öffentlichen : Streetart-Projekt am AKN-Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Durch Schablonenbilder und Willkommensgrüße wird Schmuddelfassade zum Edelobjekt.

Ellerau | Sie haben ihrer Gemeinde ein großes Geschenk gemacht und mit ihrer Kreativität dafür gesorgt, dass das Drehkreuz Elleraus, der AKN-Bahnhof, zukünftig einen deutlich freundlicheren Eindruck hinterlässt: Neun Jugendliche im Alter zwischen10 und 15 Jahren haben am Dienstag ein Streetart-Projekt abgeschlossen, dessen Ziel die künstlerische Gestaltung der Dachverblendung am Fahrradunterstand war. Das Besondere an der künstlerischen Umsetzung ist die Botschaft an die ankommenden Besucher und Gäste.

„Willkommen“ steht unter anderem in Türkisch, Portugiesisch, Afghanisch, Arabisch, Spanisch, Japanisch, Schwedisch, Dänisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Englisch auf der schmalen Umrandung des Flachdachs. Ein Gruß an die Menschen, die in Ellerau leben, zu Besuch sind, hier vorübergehend oder sogar für immer eine Heimat gefunden, aber ausländische Wurzeln haben. „Wir haben dafür Kontakt zu unserer Flüchtlingskoordinatorin Susanne Vogt aufgenommen, die uns bei den Übersetzungen geholfen hat“, sagte Kunstpädagogin Jutta Sass, die das Projekt entwickelt und unter dem Dach der Volkshochschule durchgeführt hat.

Ihr Thema war die Streetart, eine nichtkommerzielle Kunstform, mit der die Kreativität der Künstler in den öffentlichen Raum getragen wird. Bekannt wurde die Stilrichtung insbesondere durch die Graffitis. Die neue Verblendung besteht aus 26 Schichtstoffplatten mit einer Gesamtlänge von 42 Metern. „Sie müssen die Witterung aushalten, deshalb kam Holz nicht in Frage“, so Sass. Jede einzelne wurde zunächst grundiert und anschließend mit Acrylfarbe in den Ellerauer Farben Grün, Gelb und Blau bemalt. Für Bürgermeister Eckart Urban (SPD) eine „kleine Geste, die ganz wunderbar gelungen ist“. Zum Schluss wurden die Platten doppelt versiegelt, um sie auch gegen Verschmutzung unempfindlich zu machen, und schließlich von Mitarbeitern des Bauhofs montiert. „Das hätten wir nicht leisten können“, sagt die Kunstpädagogin, die nun hofft, dass das Kunstwerk von Schmierereien verschont bleibt. Sie lobt vor allem die Begeisterung der jungen Künstler für die Idee.

„Besonders schön ist, dass die Verblendung ein Gemeinschaftswerk ist, bei dem jeder seine eigene Platte hatte.“ Die Platten wurden durchnummeriert, so dass alle wussten, mit wem sie sich wegen der Übergänge abstimmen mussten. Sieben Treffen waren nötig, eins mehr als geplant, dann war das Kunstwerk fertig. „Wir haben hier jetzt ein wunderbares Entree, von dem ich glaube und hoffe, dass es dauerhaft sein wird“, so Urban, der zusammen mit VHS-Leiterin Katrin Pfützner zur Vorstellung der Arbeit gekommen war. Ihn beeindruckte insbesondere die Idee mit dem Willkommensgruß in verschiedenen Sprachen. Das passe gut zu Ellerau, denn allein im Kindergarten seien acht verschiedene Nationen vertreten.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 14:00 Uhr

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