zur Navigation springen

Rathauspassage Pinneberg : Strauss ist endgültig raus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach 15 Jahren in der Rathauspassage musste das Warenhaus schließen. Seit Bestehen der Rathauspassage in Pinneberg im Jahr 2002 war das Warenhaus auf der größten Fläche vertreten.

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Strauss ist raus: Gestern Morgen um 9 Uhr blieben die Türen des Warenhauses zu. Nach 15 Jahren ist Schluss in Pinneberg. Nur ein Zettel klebte an der Eingangstür, darauf eine letzte Botschaft von den Mitarbeitern: „Heute wegen gestern geschlossen. Auch in Pinneberg sagt man ’tschüss’. Alles Liebe, Ihr Strauss Team Pinneberg :-)“.

<p>Die Botschaft des Strauss-Teams.</p>

Die Botschaft des Strauss-Teams.

Foto: Kira Oster

Seit 2002 war das Unternehmen Strauss Innovation auf der mit fast 1000 Quadratmetern größten Ladenfläche in der Passage angesiedelt. So lange wie es das Center in Pinneberg gibt.

Ende vergangenen Jahres ging die Kündigung bei Centermanagerin Bettina Hingst ein. Gibt es schon einen neuen Mieter? „Es laufen bereits einige Gespräche, einen konkreten Nachfolger gibt es aber noch nicht“, antwortet Hingst. Im Centermanagement bemühe man sich darum, die Ladenfläche so schnell wie möglich zu vermieten. „Im Moment sieht das natürlich nicht so schön aus. Wir sind uns aber sicher, dass sich bald jemand findet“, gibt sich Hingst zuversichtlich.  Vorerst werde die Ladenfläche jedoch leer stehen.

Einige Besucher der Rathauspassage standen gestern vor den verschlossenen Türen von Strauss, munkelten: ‚„Ich habe gehört, hier kommt ein C&A rein.“ Auf Anfrage bei dem Bekleidungsunternehmen mit Sitz in Düsseldorf heißt am Dienstag: „Derzeit ist keine Vergrößerung unserer Filiale in der Pinneberger Rathauspassage geplant.“

Für Strauss Innovation mit Hauptsitz in Langenfeld bei Düsseldorf geht mit den bundesweiten Schließungen die 115-jährige Firmengeschichte zu Ende. Anfang Dezember kam das endgültige Aus. Für die seit langem kriselnde Traditions-Warenhauskette konnte kein Investor gefunden werden. Bis spätestens Ende  dieses Monats sollen alle  57 Filialen geschlossen werden.

17 Warenhäuser sind bereits Anfang des Monats dicht gewesen. „Nummer 18 ist Pinneberg“, sagt ein Sprecher des Insolvenzverwalters Dirk Andres gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. In den übrigen Filialen laufe weiterhin der Abverkauf.

Die 670-köpfige Belegschaft hat betriebsbedingte Kündigungen erhalten. Es sei ein Sozialplan verhandelt worden, sagte der Sprecher gegenüber der Deutschen-Presseagentur. Zu den Inhalten und möglichen Abfindungen könne er sich darüber hinaus nicht äußern. Strauss hatte Ende September 2016 Insolvenzantrag gestellt, es war bereits der dritte Insolvenzantrag seit 2014. Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte das Amtsgericht Düsseldorf dann das Insolvenzverfahren eröffnet.

Innen und außen nackt: So sah das Geschäft in den vergangenen Tagen aus. Sogar die Schaufensterpuppen wurden verkauft.

Innen und außen nackt: So sah das Geschäft in den vergangenen Tagen aus. Sogar die Schaufensterpuppen wurden verkauft.

Foto: Kira Oster
 

Die Warenhauskette litt seit Jahren an Umsatzrückgängen. Für ihr bunt gemischtes Sortiment von Kleidung über Geschenke bis hin zu Lebensmitteln gibt es anscheinend nicht mehr genug Kunden.

Insgesamt hält sich der Leerstand in Pinnebergs Innenstadt konstant. „15 Ladenflächen werden aktuell zur Vermietung angeboten“, sagte Stadtmanager Dirk Matthiessen. Hinzu kämen zwei Objekte, die leer stehen, aber nicht angeboten werden. Die gesamte Leerstandsquote der für den Einzelhandel relevanten Flächen betrage  neun Prozent. „Es ist immer mal Bewegung bei den Objekten in der Innenstadt. Ich kann aber zum Beispiel sagen, dass sich in der Dingstätte 16 und im Fahltskamp 3 schon bald etwas tun wird“, gibt Matthiessen Ausblick. 

Das sagen die Nutzer bei Facebook

Leerstand in der Rathauspassage: Welches Geschäft fehlt in Pinneberg? Die einen sehen es als  Verlust, die anderen als Chance. Aber welches Geschäft fehlt in Pinneberg? Einige Facebook-Nutzer sehen den Weggang von Strauss Innovation als Verlust...

... genauso gibt es aber auch die Gegenstimmen, die eine Chance sehen, das Angebot in der Rathauspassage zu erweitern und große Ketten nach Pinneberg zu locken. C&A, Zara und sogar Ikea schlagen die User vor.

 

Einen ganz anderen Vorschlag macht Thomas Gaedtke. Er wünscht sich ein spezielles Geschäft, das eher einen kleineren Kundenstamm anspricht.

Noch steht nicht fest, wer in die leeren Räume einzieht. Man führe Gespräche, heißt es von Seiten des Centermanagements. Die Pinneberger dürfen also gespannt sein - einige Facebook-Nutzer sind es bereits.

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen