Stofftiere mit leeren Augenhöhlen

Gerade noch in der Schule, schon bei der eigenen Vernissage: die jungen Künstler vor der Drostei.
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Gerade noch in der Schule, schon bei der eigenen Vernissage: die jungen Künstler vor der Drostei.

Nachwuchskünstler stellen ihre Werke bis kommenden Sonntag in der Drostei aus / Projekt „früh werk“ will Künstlerplattform bieten

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28. Mai 2014, 16:00 Uhr

Fotografien, Collagen und Installationen: Das Projekt „früh werk“ taucht Pinnebergs Drostei in dieser Woche in einen Raum voller Visionen. Viele Nachwuchskünstler waren kreisweit dem Aufruf gefolgt, ihre Kunstprojekte für eine Kunstausstellung vorzuschlagen – 15 von ihnen wurden nun von einer Jury prämiert.

Vormittags hatten sie noch die Schulbank gedrückt, nun stehen sie schon bei ihrer eigenen Vernissage: 15 Nachwuchskünstler aus dem Kreis Pinneberg stellen selbst kreierte Werke in der Pinneberger Drostei aus.

Das Projekt „früh werk“ um Initiatorin und Künstlerin Marion Inge Otto-Quoos findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt und richtet sich an kunstbegabte Oberstufenschüler.

In diesem Jahr eröffnete der Vize-Direktor der Stiftung Landesmuseen Schleswig-Holsteins, Thomas Gädecke, die Ausstellung. Es handelt sich bei dem Projekt um eine Kooperation der Drostei mit regionalen Künstlern. „Früh werk“ versteht sich selbst als Plattform zur Vernetzung der jungen Künstler untereinander und knüpft erste Kontakte zu erfahrenen Kunstschaffenden. Talentförderung und gegenseitige Wahrnehmung stehen im Fokus.

Jedes jurierte Kunstwerk erzählt in dieser Woche eine eigene Geschichte. Häufig geht es in diesem Jahr um Perspektivwechsel. Podeste, Leinwände, Tische und Wandrahmen zieren den großen Gartensaal der Drostei.

Finja Zemke (19) präsentiert an diesem Abend ihr Projekt „Sehen und gesehen werden“: Stofftiere stehen auf einem Podest, die Augenhöhlen sind leer. Dahinter ein großes Schattenbild. Die Augen der Tiere sind abgelegt, blicken jetzt in Richtung des Publikums. Weitere Knopfaugen verzieren den Horizont, symbolisieren weitere Beobachter.

Die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Dazu möchte die Oberstufenschülerin aus Schenefeld Anregung stiften. Finja hatte durch ihre Kunstlehrerin von dem Projekt erfahren, war sofort begeistert und wollte mitmachen. „Wir haben hier das erste Mal die Möglichkeit, Kunstwerke über den Schulalltag hinaus zu präsentieren“, freut sie sich. Den festen Berufswunsch „Künstlerin“ habe sie jedoch nicht.

Vielleicht ganz gut so, denn dieser Berufswunsch ist meistens sehr schwierig, weiß Jurymitglied und Künstler Martin Musiol: „Nur wer frei von Leistungsdruck ist, kann freie Kunst schaffen“. Als Lehrer hat er auf die jungen Teilnehmer einen besonderen Blick. In der Drostei hatte er bereits selbst Werke ausgestellt.

Noch bis einschließlich Sonntag, 1. Juni findet die Ausstellung „früh werk“ der jungen Künstler in Pinnebergs Drostei, Dingstätte 23 statt. Mittwoch bis Sonntag kann die Ausstellung jeweils von 11-17 Uhr besucht werden. Der Eintritt für die Drostei ist frei.

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