Tornesch : Stets auf der Soglinie der Musik

Jazz vom Feinsten: Rainer Schnelle (von links), Melvin Edmondson, Frank Skriptschinski, und Thomas Himmel servierten im Pomm 91 eine musikalisch anspruchsvolle Kost.
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Rainer Schnelle (von links), Melvin Edmondson, Frank Skriptschinski und Thomas Himmel servierten im "Pomm 91" musikalisch anspruchsvolle Kost.

Jazz trifft Rockklassiker: „Rainer-Schnelle-Trio“ mit Sänger Edmondson zu Gast beim Kulturverein „TOrnescher ALLerlei“.

shz.de von
25. November 2013, 16:00 Uhr

Zu seiner letzten Veranstaltung in diesem Jahr gab es beim Kulturverein „TOrnescher ALLerlei“ (TO ALL) noch einmal Musik par excellence. Zu Gast war ein Quartett, das Anfang 2012 schon einmal in Tornesch auftrat: das „Rainer-Schnelle-Trio“ mit Sänger Melvin Edmondson. 80 Besucher erlebten am Wochenende in der Begegnungsstätte "Pomm 91" ein Klasse-Konzert.

Schnelle, Jazzpianist aus Barmstedt und Dozent am Popkursus der Musikhochschule Hamburg, hatte drei musikalische Mitstreiter um sich geschart, die reichlich Erfahrung in Studios und auf Bühnen aufweisen. Schlagzeuger Thomas Himmel komponierte Filmmusiken und ist seit vielen Jahren für zahlreiche Theaterproduktionen an den großen Hamburger Bühnen tätig. Kontrabassist Frank Skriptschinski bestritt mit dem Hamburger Streichquintett „G-Strings“ Tourneen in den USA, Japan und Skandinavien. Edmondson war lange Zeit mit Harry Belafonte unterwegs und arbeitet heute als Sänger, Musical-Darsteller und Vocal-Coach in Hamburg. Beste Voraussetzungen also für einen besonderen Abend.

Die Erwartungen wurden erfüllt, denn von Beginn an zogen die Musiker die Zuhörer in ihren Bann. Leichtfingrig bearbeitete Schnelle die Tasten des Blüthner-Flügels, dabei immer wieder ein paar Harmonien und Töne extra einstreuend. Skriptschinski zupfte die Basssaiten mal treibend und kochend, dabei stets der Soglinie der Musik folgend, während Drummer Himmel das Ganze mit fulminant-präzisem Schlag zusammenhielt. Edmondson überzeugte mit feinem Timbre und stimmlicher Virtuosität, einfühlsam vor allem bei den langsameren Stücken. Sehr schön die verjazzten und verrockten Variationen von „Come together“ der Beatles und Elvis Presleys Hit „Love me tender“. Aber auch die Kompositionen aus der Feder Schnelles gaben Zeugnis von der Musikkunst des Quartetts. In der Pause servierten TO-ALL-Helfer im Foyer Sekt, Wein und Knabbergebäck. Und am Ende des Konzerts gab es reichlich Applaus und Forderungen nach Zugaben, denen die gut aufgelegten Musiker nur allzu gern nachkamen.

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