Frauenchor begeistert : Stereo-Jodeln in der Christuskirche

Der Frauenchor Pinneberg sang zum ersten Advent in der Christuskirche ein abwechslungsreiches Programm voller pastoraler Werke und Volkslieder.
Der Frauenchor Pinneberg sang zum ersten Advent in der Christuskirche ein abwechslungsreiches Programm voller pastoraler Werke und Volkslieder.

Der Frauenchor Pinneberg verteilt sich im Gotteshaus. Das Motto lautet „Alpenweihnacht“. Besucher sind begeistert.

shz.de von
29. November 2016, 12:15 Uhr

Pinneberg | Eine Tradition, die sich rumgesprochen hat: Am ersten Advent steht in der Pinneberger Christuskirche der Frauenchor Pinneberg unter der Leitung von Christoph Schlechter auf der Bühne. Die beliebte Veranstaltung füllte am vergangenen Sonntag die Kirchenbänke bis auf die beiden Emporen. Am Klavier war die Pianistin Teresa Pfefferkorn, die ebenfalls zur Querflöte griff, und wie bisher wurde der Chor um das Publikum erweitert beim Anstimmen von klassischen Weihnachtsliedern wie „Stille Nacht“ – ein Konzert zum Mitmachen.

Passend zum Motto „Alpenweihnacht“ hatte der Frauenchor viele traditionelle und volksliedhafte Weihnachtslieder in seinem Programm, darunter „Es wird scho‘ glei‘ dumpa“ , „Macht hoch die Tür“ sowie den „Andachtsjodler“. Für diesen verteilte sich der Chor für einen echten Stereoeffekt in der ganzen Kirche. Ein sehr ruhiges Stück – ganz entgegen der allgemeinen Assoziationen mit dem Wort Jodeln –, das viel Applaus einheimste. Doch auch die anderen Komponisten und Werke im Programm hatten einen Bezug zu den Alpen. Etwa der heute weniger bekannte Sigismund Ritter von Neukomm (1778-1858), der lange Zeit in seinem Geburtsort Salzburg in der Alpenregion wirkte.

Von ihm hatte der Chor gleich mehrere Stücke parat: Ausschnitte aus der Messe in F-Dur voller komplex verwobener Mehrstimmigkeit sowie das „Ave Regina coelorum“. Der Chor zeigte sich zumeist stimmsicher und fein ausbalanciert, besonders eindrucksvoll mit von Neukomms Messe. Etwas schwieriger gestaltete sich das Renaissancestück von Claudio Monteverdi, der auf der anderen Seite der Alpen in Italien lebte: Bei „Angelus ad pastores ait“ drifteten die Chordamen auseinander – allerdings hatten sie sich auch einem Stück mit sehr schwieriger Stimmführung angenommen.

Als rundum schöne Weihnachtsüberraschung mit nuancierter Dynamik kamen dafür vor allem die Stücke in tiefer Lage und in Terzen geschichtet daher, darunter „Auf, auf nun, ihr Hirten“, das von Chorleiter Schlechter eigens arrangiert wurde. Doch der Konzertabend bot noch mehr als Chor- und Gemeindegesang: Pfefferkorn zeigte ihre Fingerfertigkeit an den Tasten unter anderem mit einem impressionistischen Solo von Claude Debussy und Chorsängerin Dörte Korn las zwei weihnachtliche Gedichte von Dietrich Bonhoeffer und Joseph von Eichendorff – ein sehr vielschichtiges Programm, das mit anhaltendem Applaus honoriert wurde.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen