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Sport-Projekt mit Flüchtlingsfrauen : Step-Aerobic ohne Männerblicke

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schülerin der Gemeinschaftsschule Moorrege wagen ein Sport-Projekt mit Flüchtlingsfrauen aus dem Irak, Iran und Afghanistan.

Moorrege | Das fröhliche Lachen von 13 Frauen erfüllt die Turnhalle der Moorreger Grundschule. Mit konzentrierten Gesichtern versuchten zehn Frauen aus dem Willkommenscafé in Wedel mit Step vor, Step zurück, hoch die Knie und mit locker im Rhythmus der Musik geschwungenen Armen den Bewegungen ihrer drei Trainerinnen zu folgen. Step Aerobic stand auf dem Stundenplan dieser Trainingsstunde, die von den Schülerinnen Amelie Schwarz, Sophia Feller und Lina-Sophie Eberle aus der 9. Klasse der Moorreger Gemeinschaftsschule am Himmelsbarg (Gemsmo) geleitet wurde.

Die Probestunde, bei der die drei 15-Jährigen einen Versuch starteten, den Flüchtlingsfrauen aus dem Iran, Irak und Afghanistan die Möglichkeit zu geben, ganz unter sich und ohne störende Blicke von Männern Sport zu treiben, war gleichzeitig der Prüfungstermin für den praktischen Teil ihres Schul-Projekts. Im Rahmen des Mittleren Schulabschlusses ist es für die Schüler der neunten Klassen Pflicht, sich ein Drei-Monats-Projekt zu suchen, um abschließend bei einer Projektpräsentation das Thema mündlich und schriftlich darzustellen.

Sophia, Amelie und Lina-Sophie hatten sich im November 2015 für das Thema „Die aktuelle Aufnahme der Flüchtlinge in Wedel“ entschieden. Sie besuchten das Willkommensfest der Stadt Wedel im Rist-Forum und lernten dort Hüseyin Inak vom Willkommenscafé kennen.

Nach mehreren Café-Besuchen und im Austausch mit Inak wurde der Gedanke geboren, eine Step-Aerobic-Stunde für Flüchtlingsfrauen anzubieten. Anfänglich war es fraglich, ob die Idee umsetzbar sei, da versicherungstechnische Dinge abgeklärt und ein Raum gefunden werden mussten. Die Schülerinnen wurden beim Moorreger Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) vorstellig, der ihnen die Turnhalle zur Verfügung stellte. Das rechtliche Problem wurde gelöst, in dem die Diakonie der Freien Evangelischen Gemeinde die Veranstaltung übernahm.

Mit zwei Kleinbussen der Diakonie Pinneberg und zwei weiteren Freiwilligen neben Inak wurden die Frauen im Alter von etwa 25 bis 45 Jahren nach Moorrege chauffiert und von den Prüflingen, Schulleiterin Karen Frers, Projektbegleiter Timo Knittler, seiner Stellvertreterin Christine Heinemann und Weinberg empfangen. Unter den aufmerksamen Blicken von Frers und Heinemann wurde in einem reinen Frauen-Konsortium munter bei flotter Musik und mit einfühlsamen Ansagen der Schülerinnen gesteppt. Als Dolmetscherin war die siebzehnjährige Rist-Gymnasiastin Joudi Mandil aus Wedel mit nach Moorrege gekommen. Wenn alles gut geht, soll aus dem Gemsmo-Projekt eine ständige Frauen-Sportgrupppe hervorgehen.

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erstellt am 04.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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