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Pinneberg : Steinberg zieht Bilanz für ihr Premierenjahr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Bürgermeisterin hat trotz schwerer See noch Spaß am Job – und verspricht, Skandale aufzuarbeiten.

"Ja." Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Urte Steinberg muss nicht überlegen, ob ihr der Job noch Spaß macht. Sie ist gern Bürgermeisterin von Pinneberg. Trotz leerer Kassen. Obwohl es kaum Handlungsspielraum gibt. Heute vor genau einem Jahr wurde die 55-Jährige vereidigt. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Geht's nach Urte Steinberg, fällt die positiv aus. "Ich bin zufrieden mit dem Jahr, stolz auf das Geleistete." Steinberg spricht von "gemeinsam erzielten Erfolgen von Politik und Verwaltung", nennt den Ankauf der Eggerstedt-Kaserne und die Einigung mit dem Bildungsträger Wabe, der auf dem Gelände einen Campus errichten will. Zudem habe die Stadt endlich eine Eröffnungsbilanz vorlegen können. Auch in der Lenkungsgruppe für einen neuen Bahnhof sei gut gearbeitet worden. Hängen geblieben sei zudem die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schleswig, alle Klagen gegen den Bau der Westumgehung abzuschmettern.

Für 2014 hat sich Steinberg fest vorgenommen, den Pinneberger Finanzskandal endgültig aufzuarbeiten. 2011 hatte unsere Zeitung Schlampereien in der Stadtkasse öffentlich gemacht. Seitdem wartet die Politik auf eine Antwort, wie viel Geld verbrannt wurde. Steinberg will diese Antwort liefern. Auch dem mutmaßlichen Baupfusch am Heuss-Gymnasium (wir berichteten) will die Rathauschefin nachgehen. Und sie scheut nicht davor zurück, externe Gutachter einzuschalten.

Bürgermeisterin der Stadt Pinneberg – das ist ein Knochenjob. Daraus macht Urte Steinberg kein Geheimnis. Auf bis zu 80 Arbeitsstunden komme sie pro Woche. Nicht selten sitze sie bis 22.30 Uhr im Büro. "Privatleben gibt es nur noch wenig", sagt die 55-Jährige. "Meine Familie weiß, dass man mich oft erst spät abends erreicht – und zeigt Verständnis." Für Hobbies, wie das Tennisspielen, bleibe keine Zeit. "Ein wenig Gymnastik und Yoga", umschreibt Urte Steinberg ihren sportlichen Ausgleich. Bereut habe sie ihre Kandidatur dennoch nie. Ein persönliches Ziel sei es, sich einen Tag pro Woche freizuschaufeln. Möglich machen könnte das eine Personalentscheidung. Urte Steinberg wünscht sich einen büroleitenden Beamten. Der soll ihr den Rücken freihalten, die interne Kommunikation im Rathaus verbessern – und bereits im Juli anfangen.

Urte Steinberg hat noch viel vor. Sie träumt davon, einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. "Ich will irgendwann auch mal Schulden abbauen", so die Verwaltungschefin, die bis 2012 für die Sparkasse Südholstein tätig war. Der Weg zur Konsolidierung sei nur zu ebnen, wenn die Stadt ihr Einnahmeproblem in den Griff bekomme. Ein höheres Gewerbesteueraufkommen sei dafür unerlässlich. Die Westumgehung nötig, um neue Grundstücke für Unternehmen zu erschließen. Zudem werde sie vorschlagen, ein bislang für Freizeit vorgehaltenes Areal auf dem Gelände der Eggerstedt-Kaserne in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, so Steinberg. Für die Politik hält die Bürgermeisterin warme Worte bereit: "Es herrscht eine gute, unaufgeregte Atmosphäre", sagt sie. Mit Kritik und Erwartungen könne sie leben, solange dergleichen ausgesprochen werde.

Eines steht für die parteilose Verwaltungschefin schon jetzt fest: Sie wird nach sechs Jahren erneut für das Amt kandidieren. Urte Steinberg ist gekommen, um zu bleiben. Und sie hält an ihrem schon während ihres Wahlkampfes gewählten Credo fest: "Wir müssen nach vorn schauen, gemeinsam etwas entwickeln. Für die Stadt. Für unser Pinneberg."

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erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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