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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 07:08 Uhr

Steinberg rechnet mit Kritikern ab

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgermeisterin wirft Ratsherren Rufschädigung vor

von
erstellt am 19.Mär.2016 | 15:53 Uhr

Pinneberg | Angriff ist manchmal die beste Verteidigung. Das dachte sich am Donnerstagabend offenbar auch Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg. In der Ratsversammlung machte die parteilose Politikerin ihrem Ärger über die ihrer Meinung nach zu große öffentliche Kritik der Ratsmitglieder an der Arbeit der Stadtverwaltung mit drastischen Worten Luft.

„Wenn die Stadt ein Unternehmen wäre, dann würden Sie Rufschädigung betreiben“, sagte die 57-Jährige an die Ratsmitglieder gerichtet. Bei einigen sei sie sich mitunter nicht sicher, ob sie überhaupt gern in Pinneberg wohnen würden. Ihre Attacke hatte sie Minuten zuvor angekündigt. Die Ratsversammlung werde eine Überraschung erleben, sagte sie.

Die gab es dann auch. Teils mit offenen Mündern verfolgten die Mitglieder der einzelnen Fraktionen die Rede im weiten Rund. Nach einem Moment des Sammelns brach es über die Bürgermeisterin herein. „Mir fehlen ehrlich gesagt die Worte. Die Kontrolle der Verwaltung ist originäre Aufgabe der Politik“, kommentierte SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt den Auftritt als erste. Zudem gebe es reichlich Gründe für Kritik, von den fehlenden Jahresabschlüssen bis zu einem „Batzen“ an Schulproblemen. Traboldts Fraktionskollege Dieter Tietz schlug in die selbe Kerbe. „Ich dachte, ich traue meinen Ohren nicht.“ Dass der Ruf der Stadt nicht gut sei, dafür sorge das „Unternehmen Pinneberg“ schon selbst.

Auch gestern hatten sich die Wogen nicht geglättet. Die mildesten Worte fand noch Joachim Dreher (Grüne und Unabhängige), der von einem „überflüssigen Statement“ sprach. Für Uwe Lange (Bürgernahe) war die Vorstellung eine „unsterbliche Blamage“, für Werner Mende (FDP) eine „persönliche Bankrotterklärung“. Einzig CDU-Ratsherr Torsten Hauwetter nahm Steinberg in Schutz. „Ich kann sie verstehen. In Pinneberg neigen viele dazu, die Dinge schlechter zu sehen als sie sind“, sagte er.

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