Ellerbek : Start des Projekts „Musicantis“

Ein Chor, der Generationen verbindet: Musikpädagogin Ruth Bednarksi-Köller (52, v. l.), ihre Mutter Walli Bednarski (79) sowie die weiteren Teilnehmer von „Musicantis“ singen gemeinsam mit Mädchen und Jungen der Ellerbeker Kindertagesstätte am Rugenberger Mühlenweg.
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Ein Chor, der Generationen verbindet: Musikpädagogin Ruth Bednarksi-Köller (52, v. l.), ihre Mutter Walli Bednarski (79) sowie die weiteren Teilnehmer von „Musicantis“ singen gemeinsam mit Mädchen und Jungen der Ellerbeker Kindertagesstätte am Rugenberger Mühlenweg.

Senioren und Kindergartenkindern singen gemeinsam Lieder. Die Finanzierung des Projekts ist aber nur bis zum Sommer gesichert.

shz.de von
14. Januar 2015, 12:15 Uhr

Ellerbek | Mädchen und Jungen horchen ungeduldig an der Tür zum Bewegungsraum der Ellerbeker Kindertagesstätte. Sie hören Klänge von Gitarre, Akkordeon und Flöte sowie den Gesang mehrerer Kehlen. Es wird geprobt. Die Tür geht auf. 16 Kinder der Igelgruppe und zwei Erzieherinnen ziehen in einer Polonäse ein. Zwölf Senioren zwischen 60 und 85 Jahren sowie die Musikpädagogin Ruth Bednarksi-Köller (52) bilden einen Spalier und intonieren „Horch was kommt von draußen rein“.

Die älteren Semester schließen sich an. Alt und Jung ziehen gemeinsam durch den Raum. So startete gestern das Projekt „Musicantis“ in der Ellerbeker Einrichtung am Rugenberger Mühlenweg. Vorerst bis zum Sommer singen Senioren und Kinder einmal in der Woche gemeinsam. Bis dahin ist die Begegnung der Generationen finanziert.

Nach Start suchen sich Groß und Klein einen Platz. Im Halbrund sitzen die Senioren auf Stühlen, die Kinder zwischen zwei und sechs Jahren auf Sitzkissen. „Das ist komisch, oder?“ begrüßt Leiterin Bednarksi-Köller die Mädchen und Jungen zur Premiere von „Musicantis“. Zurückhaltung herrscht noch auf beiden Seiten.

Durch das Silbenklatschen einiger Namen beginnt die Zurückhaltung auf beiden Seiten zu weichen. Die Kinder schauen sich die Instrumente genauer an. Das Akkordeon von Klaus Teubner erklingt. „Das hört sich gruselig an“, sagt ein kleines Mädchen spontan. Aber der Ellerbeker zeigt auch, dass sein Instrument „Elfenklänge“ kann. Alle lachen. Gemeinsam wird das Projektlied gesungen: „Wir sind die Musicantis und kommen aus Ellerbek“. Zum Abschluss sind die Altersgrenzen gefallen. Sing-Paten und Kinder bilden einen Kreis, fassen sich an die Hände und intonieren gemeinsam „Unsere Hände sollen eine starke Brücke sein“. Nach 30 Minuten ist es vorbei. Lächelnde Gesichter auf beiden Seiten.

„Das war ein guter Start“

Die Senioren und Bednarksi-Köller lassen die Premiere Revue passieren. „Das war ein guter Start“, resümiert Barbara Kaiser (78) und dankt auch der Leiterin Bednarksi-Kölle. Auch die anfängliche Zurückhaltung der Kinder kommt zur Sprache: „Man muss eben warten, bis die Kinder auf einen zukommen“, sagt Hannelore Daß (79). Hat funktioniert.

Die Projekt-Idee kam der Kita-Leiterin Ellen Heidegger vor zwei Jahren. 2014 traf sie auf Bednarksi-Köller. Die Musikpädagogin war von der Idee begeistert. Im Vordergrund stehe traditionelles Liedgut, aber auch Bewegungsspiele mit Gesang und Tänze seien geplant. Zum Start und „Beschnuppern“ waren gestern 30 Minuten angesetzt, in Zukunft sind 45 Minuten pro Woche geplant.

Die Kosten für „Musicantis“ von etwa 2000 Euro sind bis zum Sommer gesichert. Der evangelische Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein hat die Finanzierung übernommen. Für die Zeit danach wird noch ein Sponsor oder Unterstützer gesucht. Dafür hat Bednarksi-Köller auch schon den Ellerbeker Bürgermeister Günter Hildebrand (FDP) angesprochen. Der ist begeistert: „Das ist eine super Angelegenheit, wir müssen gemeinsam gucken, ob wir jemanden für die Finanzierung finden.“ Das „Musicantis“ sei derzeit halt nicht im Haushalt vorgesehen. Der Bürgermeister hoffe aber, dass das generationsübergreifende Projekt bestehen bleibe.

Wer das Projekt „Musicantis“ unterstützen will oder Interesse an einem zukünftigen Mitwirken hat, kann sich bei Bednarski-Köller melden. Ein Kontakt ist unter der Telefon 04101-36201 oder per E-Mail an ruthbednarski@web.de möglich.
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