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Hoher Besuch zur Eröffnung : Start der Jugendbuchwochen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schirmherr ist Klaus Schlie, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags. Er eröffnete die 34. Auflage der Veranstaltung in der Rolandstadt.

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erstellt am 13.Nov.2017 | 10:00 Uhr

Wedel | „Ich habe den Eindruck, dieses Jahr ist das Jahr der Stadtbücherei Wedel“, sagte Heinz-Jürgen Lorenzen, Geschäftsführer Büchereiverein Schleswig-Holstein. Nach den Feierlichkeiten zum 111-jährigen Bestehen gab es Sonnabend erneut einen Grund zu feiern. Die 34. Kinder- und Jugendbuchwochen Schleswig-Holstein wurden in der Rolandstadt eröffnet.

„Leseförderung ist ein wichtiger Baustein öffentlicher Büchereien in Schleswig-Holstein. Die Beschäftigung mit Büchern und Geschichten fördert die Entwicklung der Lesekompetenz, die Grundvoraussetzung für die aktive Teilhabe auch in der digitalen Welt ist“, sagte Lorenzen. Vor allem in der Leseförderung sei der Stadtbücherei Wedel seit Jahren aktiv. Das sei der Grund gewesen, die Eröffnung in Wedel durchzuführen.

„Pro Jahr erreichen wir mit den Programmen zur Leseförderung 600 Kinder von der Kita bis zur elften Klasse“, belegte Andreas Koehn, Leiterin der Stadtbücherei Wedel, die Aktivitäten mit Zahlen. „Die Kinder- und Jugendbuchwochen sind jedes Jahr ein Beweis dafür, dass Schleswig-Holstein ein Leseland ist.“

„Die Büchereien in unserem Land sind schon lange keine einfachen Bibliotheken mehr, es sind Wissenszentren, es sind Medien- und Kulturzentren. Viele Hände – und Köpfe – haben an diesem Konzept über Jahrzehnte mitgearbeitet“, betonte Klaus Schlie, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags. „Ich finde es gut, dass wir noch lesen und schreiben können. Damit meine ich schreiben mit einem Stift. Ich finde es als ehemaliger Deutschlehrer aber auch gut, wenn man richtig schreiben kann“, sagte Schlie, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Kinder- und Jugendbuchwochen, die vom 13. bis 26. November in Schleswig-Holstein stattfinden, übernommen hat. Er selbst zähle sich zu den Leseratten. „Meine Frau hat mit sogar schon mal verboten, Bücher zu kaufen, weil sie um die Tragfähigkeit des Hauses fürchtete“, sagte Schlie in Richtung der anwesenden Schüler. Ein Umstieg auf eBooks komme für ihn aber nicht in Frage. Damit war er am Sonnabend nicht allein.

Die bekannte Kinderbuchautorin Kirsten Boie las aus ihrem neuem Buch „Thabo – Detektiv und Gentlemen – Der Rinder-Dieb“.
Die bekannte Kinderbuchautorin Kirsten Boie las aus ihrem neuem Buch „Thabo – Detektiv und Gentlemen – Der Rinder-Dieb“. Foto: Bastian Fröhlig
 

„Aktuelle Studien besagen, dass man ein Buch im Gegensatz zum eBook anders, selbstbestimmter und konzentrierter liest“, erläuterte Lorenzen. Auch Wedels Bürgermeister Niels Schmidt outete sich als Anhänger des gedruckten Worts: „Ich bin wohl irgendwann der Letzte, der ein echtes Buch in den Händen hält.“ Schmidt erinnerte sich an seine Jugendzeit mit den Abenteuern der „Fünf Freunde“, aber auch das Vorlesen für seine Tochter. „Ich musste Meister Eder mit Pumuckelsprache vorlesen. Das erspare ich ihnen jetzt lieber“, scherzte Schmidt, betonte aber: „Die Begeisterung für das Lesen hält ein Leben lang an.

Kirsten Boie liest aus „Thabo“

Kinderbuchautorin Kirsten Boie las als Gast aus ihrem neuen Buch „Thabo – Detektiv und Gentlemen – Der Rinder-Dieb“ und stellte sich danach den Fragen des Publikums. Vor allem einige Schüler der Wedeler Moorwegschule wollten wissen, wie viele Bücher sie geschrieben hat, welches ihr am besten gefällt und wie sie zum Schreiben gekommen ist. „Ich weiß gar nicht, wie viele Bücher es sind. Ich bin auch zu faul zum Zählen. Im Internet steht mehr als 100. Dann glaube ich es jetzt mal“, sagte die Schriftstellerin, die eine einfache Begründung für ihre Tätigkeit hatte: „Ich habe mir als Kind schon immer Geschichten ausgerufen. Irgendwann wollte die niemand mehr hören. Ich war verrufen. Ich habe meinen kleinen Bruder mit Süßigkeiten bestochen, damit wenigstens er sich die Geschichten anhört. Damals war ich zu faul, die Texte aufzuschreiben, bin jetzt aber froh, dass ich schreiben darf.“ Bevor sie Autogrammkarten verteilte und Bücher signierte, hatte Schlie aber noch einen Appell an die anwesenden Kinder: „Lest ordentlich. Ihr werdet das ganze Leben etwas davon haben.“

Während der 34. Kinder- und Jugendbuchwochen werden vom 13. bis 26. November 34 Autoren wie Kirsten Boie, Margit Auer, Charlotte Habersack und der amtierende Vorleseweltrekordhalter Stefan Gemmel in den 77 teilnehmenden Büchereien in Schleswig-Holstein lesen. Etwa 300 Lesungen, Workshops und Theateraufführungen sind geplant, mit denen die Organisatoren etwa 15000 Kinder erreichen wollen. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein unterstützt die Jugendbuchwochen mit 15.000 Euro. Weitere 75.000 Euro tragen Kommunen, Schulen, Fördervereine und lokale Sponsoren.
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