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Kreis Pinneberg : Star Wars: Leia und Obi-Wan als Begrüßungskomitee

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Star-Wars-Premiere im Quickborner Beluga-Kino: Personal und viele Gäste im „Sternen“-Gewand. Applaus gibt’s vor allem für die alten Helden.

Quickborn | Der erste Besucher hätte sich schon eine der normalen Abendvorstellungen im Quickborner Beluga-Kino anschauen können. Obwohl der neue Star-Wars-Film erst um 0.01 Uhr losging, war Sven Schmidt aus Bönningstedt bereits um 20.30 Uhr da. Doch James Bond und „Die Tribute von Panem“ sind für die meisten Filmliebhaber momentan ähnlich interessant wie die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Denn im Kino zählt momentan nur eins: „Das Erwachen der Macht“.

Dass die Fortsetzung der Star-Wars-Saga etwas Außergewöhnliches ist, zeigte sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bei der Mitternachts-Premiere des Weltraummärchens im Quickborner Beluga-Kino. Wem selbst durch das riesige Plakat am Eingang nicht bewusst war, dass „Das Erwachen der Macht“ nicht nur  irgendein Film ist, erfuhr das spätestens an der Kasse. Dort verkauften nämlich Obi-Wan Kenobi, Prinzessin Leia Organa und ein X-Wing-Pilot die Tickets. Betreiber Kai Bartels und seine Mitarbeiter Julia Groth und Patrick Matus hatten sich extra für die erste Vorstellung Kostüme zugelegt. Und wer vom Team keine Verkleidung hatte, trug zumindest ein Star-Wars-Shirt. „Wir wollten uns für die Premiere etwas Besonderes einfallen lassen“, sagte Bartels.

Das ist geglückt. Einige Besucher ließen sich sogar gemeinsam mit den Quickborner „Sternenkriegern“ fotografieren. „Dagegen kommen selbst Harry Potter und Twilight nicht an“, erklärte der Betreiber. Der Kreischalarm, für den etliche junge Mädchen vor den Premieren der  Vampir-Filme mit Teenie-Schwarm Robert Pattinson sorgten, verblasst gegen den Star-Wars-Kult. Weltweit wurden sämtliche Vorverkaufsrekorde gesprengt. Auch in Quickborn. 1100 Karten hatte das Beluga-Kino schon vor der ersten Vorstellung verkauft. „So viele wie noch nie“, berichtete Bartels. Während andere Kassenschlager häufig  als Preview am Mittwoch oder vielleicht sogar am Sonntag zuvor gezeigt werden, feierte „Das Erwachen der Macht“ erst am Donnerstag Premiere.

Einen früheren Start ließ der Disney-Filmverleih (der hat Lucasfilm und damit das Star Wars-Imperium erworben) nicht zu. Also mussten alle Fans bis zum offiziellen Starttag ausharren.  Kinobetreiber in ganz Deutschland ließen die Anhänger der Weltraumsaga immerhin nicht länger als nötig warten und setzten Vorstellungen um 0.01 Uhr aufs Programm. Im Kreis zogen die Kinos in Quickborn, Uetersen und Elmshorn mit. Wie groß die Vorfreude war, zeigte sich gleich in der ersten Szene des Films. Als der bekannte Schriftzug „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ zu sehen war, brandete in Quickborn  Applaus auf.

Helge Neumann  kam im Obi-Wan Kenobi-Gewand.
Helge Neumann kam im Obi-Wan Kenobi-Gewand.
 

Die Anziehungskraft der Macht hatte selbst Bartels unterschätzt. Noch vor zwei Wochen glaubte er nicht, dass das Kino mitten in der Woche um Mitternacht ausverkauft sein könnte. Ein Irrtum. Schon mehrere Stunden vor dem Start waren die meisten da, mehr als 150 Besucher kamen insgesamt. Für manche war die Fortsetzung der Sternen-Saga eine schöne Bescherung. „Ich habe mir zu Weihnachten gewünscht, bei der Star-Wars-Premiere dabei zu sein“, sagte Leon Schippmann aus Henstedt-Ulzburg. Helge Neumann aus Hemdingen erschien genauso wie Bartels im Obi-Wan-Gewand. Er ist seit seinem sechsten Lebensjahr Fan. „Die Geschichte ist wie ein modernes Märchen. Das fasziniert mich“, berichtete Neumann. Sogar ein Lichtschwert hatte er dabei. Kein billiges Plastikspielzeug vom Flohmarkt um die Ecke, sondern ein lizensiertes Produkt, das im Handel mehr als 200 Euro kostet. Bücher, Figuren,  Lichtschwerter  – seine Wohnung ist ein kleines Star-Wars-Universum.

Auch das Beluga-Kino war ganz im Star-Wars-Look gestaltet. Popcorntüten, Trinkbecher, Geschenkbehälter für Gutscheine,  von Lucasfilm lizensierte „Star Wars“-3D-Brillen  – die Fans konnten sich nach Herzenslust eindecken. Solche Artikel  kommen laut Bartels richtig gut an. „Der Kinobesuch wird für die Menschen immer mehr zum Event“, sagte er. Deshalb reiche es  nicht mehr aus, einfach nur den Film zu zeigen.

Kino-Betreiber Kai Bartels (l.), Julia Groth und Patrick Matus empfingen die Gäste im Star-Wars-Kostüm.
Kino-Betreiber Kai Bartels (l.), Julia Groth und Patrick Matus empfingen die Gäste im Star-Wars-Kostüm.
 

Bei den Fans herrschte vor dem Start des neuen Streifens eine gewisse Unsicherheit.  Die meisten Besucher wussten nicht so recht, was sie erwarten sollten. „Hauptsache, der ist besser als ,Die dunkle Bedrohung‘“, sagte Schmidt, der erste Jedi-Jünger im Beluga-Kino. Der Auftakt der zweiten Trilogie sei so schlecht, dass er empfiehlt, sich nur fünf der bisherigen sechs Teile anzuschauen. „Dann erspart man sich einen grottenschlechten Hauptdarsteller und den unsäglichen Jar Jar Binks.“

Ein solches Fiasko befürchtete er mit dem „Erwachen der Macht“ nicht. Der solle sich an den ersten Filmen aus den 1970-ern und 1980-ern orientieren. Dass die Klassiker immer noch am  besten ankommen, zeigte sich, als der Film  startete. Mit dabei waren  die alten Helden Han Solo (Harrison Ford), Luke Skywalker (Mark Hamill) und Leia Organa (Carrie Fisher). Als sie das erste Mal auf der Leinwand erschienen, gab es Beifall. Die Bedenken, dass der neue Film die hohen Erwartungen nicht erfüllt, waren am Ende  zerstreut. Der erste Besucher bei der Premiere freute sich schon auf den nächsten Star-Wars-Abend. Fan Schmidt ließ es sich nicht nehmen und war auch bei der Mega-Sound-Vorstellung am folgenden Tag dabei.

 

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erstellt am 18.Dez.2015 | 14:34 Uhr

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