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Sozialausschuss : Städtische Kita auf der Giftliste

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Erzieherinnen und Eltern beschweren sich beim Fachgremium. Der Grund: Der Fortbestand der Einrichtung steht auf der Kippe.

Pinneberg | Ungewöhnlich viele Zuschauer gab es am Dienstagabend im Pinneberger Rathaus, als der Sozialausschuss tagte. Besorgte Eltern, Erzieherinnen und die Leiterin der städtischen Kindertagesstätte, Karin Diederichs, waren gekommen, um ihren Ängsten und Sorgen Ausdruck zu verleihen. „Wir sind erschreckt und entsetzt, dass sich die Finanzlage gegen unseren Kindergarten stellt.“

Die „vielfältige Aufgabenstellung“ einer solchen Einrichtung erfordere einen sicheren Rahmen, forderte Diederichs. „Uns wird bestätigt, dass wir eine schätzenswerte Arbeit leisten. Und doch stehen wir auf der Giftliste“, sagte sie verärgert.

Der sichere Rahmen sei bereits jetzt dadurch beschädigt. „Wir sorgen uns um unsere Existenz.“ Die Leiterin befürchtet, dass sich Eltern abwenden, weil eine längerfristige Planung nicht klar ist. „Wir bitten Sie, sichern Sie den Fortbestand in der städtischen Trägerschaft.“ Tatsächlich steht der Fortbestand der Kita auf der Kippe. Der Rat hatte in einem Beschluss zur Verbesserung der städtischen Finanzsituation neben weiteren Punkten auch eine mögliche „Überführung des städtischen Kindergartens in eine andere Trägerschaft“ aufgeführt.

Nun bemühte sich die Politik um Schlichtung. Sämtliche Fraktionen erklärten den anwesenden Erzieherinnen, dass sie eine wertvolle Arbeit leisten würden, und dass sie nicht davon ausgingen, dass die Trägerschaft am Ende der Prüfung ernsthaft in Frage gestellt wird. Das Auftauchen auf der „Giftliste“ habe nichts mit ihrer Leistung zu tun. Bürgermeisterin Urte Steinberg beschwichtigte ebenfalls, dass es zunächst nur um einen Prüfauftrag gehe. Über die Betriebskostenabrechnung wolle man einen Überblick bekommen, ob den Kitas von der Verwaltung generell zu viel oder zu wenig gezahlt werde. Seit 2010 habe es keine Abrechnung gegeben. „Ich kann Ihren Unmut verstehen. Wir bemühen uns um Kurzfristigkeit und Transparenz.“ Pinneberg sei aber eine hochverschuldete Stadt. „Wir haben einen Haushalt, mit dem wir seit Jahren mehr ausgeben, als wir einnehmen und sind gehalten, nach Sparmaßnahmen zu suchen.“ Ein Grund sei ein Konsolodierungsvertrag mit dem Land.

Auf der Liste stehe im Übrigen nicht nur der Kindergarten. „Auch andere Dinge, die den Bürgern lieb und teuer sind wie das städtische Museum und das Schwimmbad sind dort aufgeführt.“ Es gebe keine Alternative. Diederichs gab sich kämpferisch. Sie könne sich nicht vorstellen, dass der Betrieb des Kindergartens die Stadt „finanziell zugrunde richten“ würde. Die Bürgermeisterin versprach eine schnelle Klärung, um die Unsicherheit aufzulösen.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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