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Pinneberger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 09:57 Uhr

Stadtwerke investieren Millionen

vom

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | Die Teilnehmeranzahl war übersichtlich - das Thema um so wichtiger: "Wie öko ist der Strom in Pinneberg und wie geht es weiter mit der kommunalen Stromversorgung" wollten die Grünen wissen und hatten sich für ihrem 9. Grünen Klönschnack als Gast und Fachmann Stadtwerkeleiter Henning Fuchs zu ihrer regelmäßigen Runde eingeladen. Der kam gern, wie er betonte. Besonders, weil sich ihm hier einmal ohne dozierenden Beamer und fern manchmal verzerrender schriftlicher Diskussion etwa übers Internet die Gelegenheit bot, auf Fragen und Anregungen direkt zu reagieren.

Fuchs fing sein kleines Referat erst einmal damit an, den Energiemix der Stadtwerke zu erläutern und zu erklären, warum der kommunale Versorger nicht zu hundert Prozent Ökostrom verkaufe: "Dem Etikettenschwindel setzen wir ein ehrliches Stromangebot entgegen", bekräftigte er. Nach Fukushima sei teilweise nach wenigen Tagen aus grauem Strom - Energie aus fossilen Brennstoffen - hundertprozentiger Ökostrom (ein ungeschützter Begriff) geworden, einfach dadurch, dass Zertifikate auf österreichische oder norwegische Wasserkraft eingekauft worden seien. Nur das Papier, nicht die direkte Energieerzeugung. Das sei eine Entkoppelung von Bezeichnung und Erzeugung, so Fuchs: "Ich mache das aus Prinzip nicht." Handel schaffe zwar auch Wandel, so der Stadtwerkechef, könne aber letztendlich die Produktion echten grünen Stroms nicht steigern.

Dessen Anteil wolle der Versorger, der zur Zeit acht Prozent Ökostrom einspeist, mit seinem Nahwärmekonzept erhöhen. Zehn bis zwölf Millionen Investitionssumme steckten die Stadtwerke in die Kraftwärmekopplung, 20 Millionen in das Projekt Lichtwärmeleiter. "So teuer wie die Westumgehung, wird aber früher fertig." Im Jahr 2016, prophezeite Fuchs.

Als Matthias Döring, Grüner Gemeindevertreter aus Halstenbek, dem entgegen hielt, warum die Stadtwerke nicht in Photovoltaikanlagen beispielsweise auf Freiflächen entlang der Bahn investierten, wurde die Stimmung in der engagierten Runde spürbar frostiger. "Sie akzeptieren nicht, dass wir uns auf anderen Effizienzfeldern bewegen", konterte Fuchs dessen hartnäckige Nachfrage. Döring sei ein bisschen fixiert auf diese Anlagen. "Sie verlangen, dass die Stadtwerke alles machen sollen. Wir beschäftigen uns mit einem Mix von Maßnahmen." Photovoltaik erzeuge zehn Prozent der regenerativen Energien und bündele 50 Prozent der Fördermittel, erklärte Fuchs. Döring daraufhin: "Kommen Sie mir nicht mit dem Märchen." Und verteidigte sich: "Man muss auch das erklären, was man nicht macht."

Die meisten Subventionsmittel gingen weiterhin in die Atomkraft, warf ein anderer Diskussionsteilnehmer ein und forderte: "Wir müssen die Gesamtbevölkerung einbeziehen." Auch die fehlende Koordinierung von Erzeugung und Netzbau kam zur Sprache, das Problem der Speicherung von regenerativer Energie, die Sinnfälligkeit und Praktikabilität intelligenter Netzsteuerung und Forschungsvorhaben. Power to Gas , eine Methode der Methanisierung, sei in puncto Energiespeicherung vielversprechend, so Fuchs, bereits in der Laborphase, aber leider noch nicht wirtschaftlich.

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