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Nitrat: Aufbereitung macht Wasser teurer : Stadtwerke im Kreis Pinneberg denken noch nicht über Preiserhöhungen nach

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Weil die kommunalen Versorger immer häufiger Wasser fördern, das zu hohe Nitratwerte aufweist, muss es entweder mit unbelastetem Wasser verschnitten oder aber in einem teuren Verfahren aufbereitet werden.

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erstellt am 12.Okt.2015 | 17:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Verbraucher in Schleswig-Holstein müssen sich in Zukunft womöglich auf höhere Wasserpreise einstellen. Weil die kommunalen Versorger immer häufiger Wasser fördern, das zu hohe Nitratwerte aufweist, muss es entweder mit unbelastetem Wasser verschnitten oder aber in einem teuren Verfahren aufbereitet werden.

„Bei jeder zweiten Messstelle wird inzwischen der zulässige Grenzwert überschritten“, schlug Dieter Perdelwitz, Verbandschef der Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW), Alarm. „Die Kosten müssen wir auf die Verbraucher überwälzen, statt sie den Verursachern in Rechnung zu stellen.“

Die stehen für ihn längst fest: Landwirte mit Massentierhaltung und Biogasanlagen. „Es ist unbestritten, dass durch die hohe Güllezufuhr und die Ausbringung von Gärresten zu viel Nitrat und Phosphat in unsere Böden gelangt“, monierte Perdelwitz. Da die Pflanzen die angebotenen Nährstoffe nicht alle aufnehmen könnten, sickerten diese ins Grundwasser.

In Wedel sind Wasserpreissteigerungen aktuell nicht im Gespräch. Nitrat sei bei einem Treffen mit dem Hauptlieferanten Hamburg Wasser in der vergangenen Woche kein Thema gewesen, sagte gestern Stadtwerke-Chef Adam Krüppel. Den Quickborner Stadtwerken ist die Problematik ebenfalls bekannt: „Wir werden uns mit dieser Thematik noch beschäftigen. Aber in diesem Jahr wird es keine Preiserhöhungen geben“, betonte Stadtwerkeleiter Panos Memetzidis.

Auch Kunden in Elmshorn und Barmstedt müssen erst einmal nicht mit Preissteigerungen rechnen. Barmstedts Stadtwerke-Chef Fred Freyermuth äußerte sich jedoch verwundert darüber, dass es keinen Protest wegen der Umweltverschmutzung gibt. „Eine in unserer Region noch theoretische Bedrohung durch Fracking hat die Massen mobilisiert. Gegen die Verschmutzungen durch die Landwirtschaft geht aber keiner auf die Straße.“

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