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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 13:11 Uhr

Pinneberg : Stadtgeschichte zum Zuhören

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Pinneberg-Museum bietet ab sofort eine Audiostation über die Spätphase der Weimarer Republik an.

Politische Ruhe und Stabilität war der Weimarer Republik nur selten beschieden. Gerade ihre Geburt und ihr Untergang waren von Extremismus und Straßenschlachten geprägt. Auch in Pinneberg trugen Nationalsozialisten und ihre Gegner zu Beginn der 1930er Jahre heftige Auseinandersetzungen aus. Die neue Hörstation des Pinneberg-Museums entführt den Besucher nun in diese Phase des Umbruchs.

Eine Audio-Präsentation strebte Museumsleiterin Ina Duggen-Below schon aus praktischen Gründen an. „Wir haben im Wandabschnitt über die Weimarer Republik keinen Platz mehr für weitere Schautafeln gehabt.“ Doch auch der museumspädagogische Wert einer zusätzlichen Darstellungsform sei enorm - bisher wird im Museum nur eine alte Pinneberger Schulordnung als Tondokument vorgetragen.

Kosten in Höhe von 1000 Euro

Der ehrenamtliche Stadthistoriker Johannes Seifert stellte zeitgenössische Texte – unter anderem aus dem Pinneberger Tageblatt – zusammen und ergänzte sie durch Erläuterungen. Dann traten – ebenfalls ehrenamtlich – zwei geschulte Sprecher auf den Plan. Die Pinneberger Autorin und Museumsmitarbeiterin Margot Drews veranstaltet regelmäßig öffentliche Lesungen, in denen sie ihre Werke oder Geschichten fremder Autoren vorträgt. Hartmut Tank ist Chef der Pinneberger Bühnen. Das Ergebnis der Aufnahmen sind zwölf Minuten Text, die auf Knopfdruck abgespielt werden. Der Zuhörer wird mitgenommen in die Saalschlachten im heutigen Hotel Cap Polonio, als „Bierseidel flogen“ und „knallende Kopfschläge“ ausgeteilt wurden. Auch die Handgranatenanschläge von 1932 werden thematisiert, Tank verliest Auszüge aus der Anklageschrift.

1000 Euro hat die Audiostation gekostet. „Wir haben viel Unterstützung vom Förderverein des Museums und vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund erhalten“, betont Museumsleiterin Duggen-Below.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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