Regenwetter : Stadtfest in Schenefeld: „Das ist ein echtes Desaster“

Die Tische und Bänke blieben beim Schenefelder Stadtfest nicht nur während des Public Viewings leer.

Die Tische und Bänke blieben beim Schenefelder Stadtfest nicht nur während des Public Viewings leer.

Stadtfest wird für Organisator Bernd Langmaack zum „finanziellen Schlag“. Nur wenige hundert Besucher an drei Tagen.

shz.de von
25. Juni 2018, 13:00 Uhr

Schenefeld | „Ich bin eine Norddeutsche. Ich finde das schön“, sagte Manuela Manke am Samstagabend. Die Schenefelderin hatte es sich auf einer der Bierbänke gemütlich gemacht, um auf der Leinwand den 2:1-Sieg der Deutschen Nationalmannschaft zu verfolgen. Etwa 20 Minuten hatte sie Gesellschaft von einem Ehepaar, das mit Schirmen direkt vor der Bühne das Spiel verfolgte. Dann gehörten die Top-Plätze auf dem Schenefelder Stadtfest wieder Manke. Sie harrte als einzige im Regen aus.

Eddy (von links), Tim und Larissa Heffele waren während des Länderspiels Deutschland gegen Schweden bester Laune.
Eddy (von links), Tim und Larissa Heffele waren während des Länderspiels Deutschland gegen Schweden bester Laune.
 

„Ich habe mich so gefreut, dass das Spiel beim Stadtfest auf Leinwand übertragen wird, also habe ich mich vorbereitet“, erläuterte Manke. Über ihrer Jacke trug sie einen Regenponcho. Mit blauen Säcken hatte sie die durchnässten Bierbänke abgedeckt. „Ich bin total trocken unter dem Poncho“, sagte sie. In der Halbzeit brachte ihr Sohn Sascha, der wie etwa 50 Besucher die schützenden Dächer der Bierwagen bevorzugte, ein frisches Bier. Keine Lust, sich zur Mutter zu setzen? „Ich bin nicht so gut geschützt und es prasselt immer so auf dem Kopf. Dan höre ich nichts vom Kommentar“, sagte er und strich sich lachend über seine Glatze.

Bestens gelaunt war auch Eddy Heffele, der mit Ehefrau Larissa und Sohn Tim das Spiel verfolgte. „Richtige Fans gehören unter freien Himmel. Zuhause kann jeder“, sagte er.

Karussel: Anna-Lena (12) und Florian (13) hatten den Twister für sich allein.
Karussel: Anna-Lena (12) und Florian (13) hatten den Twister für sich allein.
 

Da wäre Steve Setzepfand gern gewesen: „Wenn ich ehrlich bin, wäre ich lieber zuhause.“ Er hatte allerdings Dienst am Karussell „Twister“. Und nicht viel zu tun. „Das ist ein echtes Desaster“, bilanzierte Stadtfestorganisator Bernd Langmaack von der Hamburger Veranstaltungsagentur pb Konzept. Am Freitag seien etwa 150 bis 200 Besucher auf dem Stadtfest gewesen. „Ich glaube, heute waren es noch weniger“, stellte er am Sonnabendabend ernüchtert fest. Der Grund war schnell ausgemacht: „Gegen das Wetter kann man nichts machen. Und das ist vielleicht auch gut so.“ Wichtig sei ihm, dass von Veranstalterseite alles richtig gemacht wurde. „Das Angebot war gut, die Werbung hat funktioniert, aber solche Veranstaltungen sind witterungsabhängig“, sagte der Organisator. Eine Lehre habe er aus dem diesjährigen Stadtfest gezogen: „Da wir das schon seit zehn Jahren organisieren, wissen wir was Schenefelder mögen. Regen mögen sie nicht.“

Die Band Rena  und Pommes lockten Birgitt und Torsten Schubert aufs Stadtfest.
Die Band Rena und Pommes lockten Birgitt und Torsten Schubert aufs Stadtfest.
 

„Das ist ein finanzieller Schlag“, sagte Langmaack. Schaute aber schon in die Zukunft: „Die Leute haben hier Bock zu feiern. Die Schenefelder kommen ja, wenn etwas angeboten wird.“ Bereits am Wochenende habe er mit dem „Stadtzentrum“ Schenefeld und der Verwaltung erste Gespräche geführt, möglicherweise einen anderen Termin für das Fest zu finden. „Wir müssen vielleicht mal die Wetterhistorie betrachten“, sagte er. Ausrichten will er das Stadtfest auch im kommenden Jahr.

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