Stadt zahlt für Katzenkastration

Schlecht gelaunte Katze: Jedes weibliche Tier kann in einem Jahr bis zu 35 Junge bekommen.
Schlecht gelaunte Katze: Jedes weibliche Tier kann in einem Jahr bis zu 35 Junge bekommen.

Streit ist beigelegt: Pinneberger Verwaltung einigt sich mit örtlichem Tierschutzverein, nimmt aber an landesweiter Aktion nicht teil

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06. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Nicht einmal drei Tage hat es gedauert, bis der Streit beigelegt wurde. Die Stadt Pinneberg übernimmt die Kosten für die Kastration von freilebenden Katzen. Pro Tier sind das zirka 100 Euro. Am Dienstag hatte Peter Dorendorf, Pressesprecher des Tierschutzvereins, Alarm geschlagen: Die Stadt Pinneberg beteilige sich nicht an der Aktion des Landes. Sie startet am 15.  Oktober, wie das Ministerium gestern mitteilte.

„Das ist aus der Sicht des Tierschutzvereins Pinneberg überhaupt nicht nachvollziehbar. Sie haben es versäumt, sich zu informieren, wo und wie viele freilebende Katzen sich allein in Ihrem Bearbeitungs- und Verantwortungsbereich aufhalten“, richtete Dorendorf seine Worte an die Verwaltung. Der Tierschutzverein fordere die Stadt deshalb auf, diesen Missstand schnellstens zu ändern. „Noch können Sie die Stadt vor großem Katzenschaden bewahren“, plädierte Dorendorf. Es gebe zirka 450  freilebende Katzen in Pinneberg und der näheren Umgebung – und es würden immer mehr. Dies habe nicht nur das Problem der Überbevölkerung zur Folge. Auch Krankheiten wie Katzenschnupfen und das sogenannte Katzen-Aids würden sich schneller verbreiten und auf die Hauskatzen übertragen werden, berichtete Dorendorf gegenüber unserer Zeitung.

Die Stadt hat nun reagiert. Doch Pinneberg geht einen eigenen Weg. Rathaussprecherin Maren Uschkurat erwidert auf Anfrage unserer Zeitung: „Aus Sicht der Verwaltung ist diese Kritik unbegründet. Als die Aktion ins Leben gerufen wurde, hatten wir uns mit dem Tierschutzverein auf Folgendes geeinigt: Sollten herrenlose Katzen in größeren Mengen auftreten, fängt der Tierschutzverein diese ein und lässt sie kastrieren. Die Kosten dafür werden von der Stadt übernommen.“ Und weiter: „Wir sind bisher davon ausgegangen, dass wir mit dieser – im Zeitraum der ersten Aktionen – abgesprochenen Verfahrensweise fortfahren können, ohne uns an dem Projekt zu beteiligen, da die Anzahl der freilebenden Tiere im Stadtgebiet Pinneberg nicht so groß ist“, sagt Uschkurat. Es sei fraglich, ob gerade in den vier Wochen der Aktion solche Populationen bekannt werden. Die Stadt sei aufgrund der vorliegenden Kritik an den Tierschutzverein herangetreten, um über die zukünftige Vorgehensweise zu sprechen. Dorendorf ist mit dieser Einigung zufrieden, wie er gestern sagte. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hat die Halter von Katzen gestern dazu aufgerufen, ihre Katzen in eigener Verantwortung zur Kastration zu bringen. Der Zeitraum Mitte Oktober bis Mitte November ist aus biologischer Sicht besonders dafür geeignet.


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