Stadt kontrolliert 9000 Bäume

An der Lindenallee werden zurziet 180 Bäume „gepflegt“.
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An der Lindenallee werden zurziet 180 Bäume „gepflegt“.

Kritik an Fällaktionen reißt nicht ab / Bauamt verweist auf Urteil der Experten

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08. März 2014, 16:09 Uhr

Die Motorsägen dröhnen nicht nur in Schenefeld. Bis 14. März müssen die Knick- und Baumpflegearbeiten in Schleswig-Holstein abgeschlossen sein. An der Lindenallee werden zurzeit 180 Bäume „bearbeitet“ – drei werden aus Sicherheitsgründen gefällt. Die Nachpflanzung erfolgt vor Ort.

Die Kritik an den Baumfällungen im Stadtgebiet reißt nicht ab. Rüdiger von Ancken von der Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ kritisierte im Bauausschuss die Fällung von sieben alten Buchen in der Straße Aneken. Er sprach von landschaftsprägenden Bäumen, die in einer „Hau-Ruck-Aktion“ ohne Not gefällt worden seien. Bauamtschef Günther Leimert begründete die Fällung mit Sicherheitsgründen. Die Bäume seien von Mitarbeitern des Kreises begutachtet worden.

Schenefelds Streit um die Bäume: Nach dem Kahlschlag im Winter 2012/2013 an der Düpenau als mehr als 400 Bäume der Säge zum Opfer fielen, soll die Grünflächenpflege insgesamt auf den Prüfstand kommen. „Wir gehen nicht wahllos vor, sondern systematisch, nach den bestehenden Vorgaben“, betonte Leimert. Wenn politisch gewollt, könnten die Vorgaben geändert werden.

Fakt ist: Schenefeld lässt durch ein zertifiziertes Unternehmen regelmäßig 9000 Bäume kontrollieren. Ist die Verkehrssicherheit nicht gegeben, werden die Bäume markiert und „in einem vertretbaren Zeitraum“ gefällt. „Im Zweifel werden Einzelgutachten angefertigt“, betonte Leimert.

Unter anderem müssten noch zwölf Bäume am Wanderweg Mühlendamm-Kiebitzweg gefällt werden. Ein Ergebnis der Baumkontrolle aus dem vergangenen Jahr. Darüber seien der Nabu und die Fraktionschefs informiert worden.

Leimert wies darauf hin, dass sich die Verwaltung schon vor Jahren für die Einführung eines Baumkatasters eingesetzt habe. Kosten: zirka 60 000 Euro. Bei der Erstellung eines Konzeptes für die Pflege des Düpenau-Grünzugs könnten auch externe Landschaftsplaner helfen.

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