Stabwechsel im Kulturverein

Maren Groth (rechts) löst Wilfried Welsch (Mitte) als Vorsitzende des Kulturvereins ab. Jürgen Koch überreichte dem scheidenden Vereins-Chef zum Abschied einen edlen Tropfen.
Maren Groth (rechts) löst Wilfried Welsch (Mitte) als Vorsitzende des Kulturvereins ab. Jürgen Koch überreichte dem scheidenden Vereins-Chef zum Abschied einen edlen Tropfen.

Wilfried Welsch wird an der Spitze von seiner ehemaligen Stellvertreterin Maren Groth abgelöst / Dafür übernimmt er ihr einstiges Amt.

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01. Februar 2018, 16:00 Uhr

Der Kulturverein Holm hat eine neue Vorsitzende. Einstimmig wählte die Jahreshauptversammlung Maren Groth zur Nachfolgerin von Wilfried Welsch. Der stand nicht zur Wiederwahl zur Verfügung, denn er brauche „nach gefühlten 100 Jahren“ an der Vereinsspitze angesichts einer wachsenden Enkelschar „mehr Freizeit für die Opapflichten“, so seine Begründung für den Rückzug.

So ganz zieht sich Welsch aber noch nicht zurück. Denn er wurde Nachfolger seiner Nachfolgerin: Da Groth ihren Platz als zweite Vereinsvorsitzende räumen musste, kandidierte Welsch für die Vakanz. Damit gehört er dem Vorstand noch ein Jahr lang an, bis die zweijährige Amtszeit turnusmäßig abläuft. Einstimmig wiedergewählt wurden Kassenführerin Heinke Hinz und der stellvertretende Schriftführer Dr. Jürgen Koch.

Beisitzer im Vorstand sind die Sprecher der zehn Arbeitskreise. Von ihnen hatten fünf ihre zweijährige Amtszeit vollendet und standen deshalb zur Wiederwahl an: Rudi Behnke für die „Filmfreunde“, Barbara Schütze für „Literatur“, Fritz von Ronne für „Philaterie“ und Helga Haffki für „Töpfern“. Bernd Kühl geht für den Malkreis in den Vorstand. Irene Jochmann ließ ihm den Vortritt, denn er sei schließlich Maler, sie selbst nur Organisatorin, wie die Sprecherin dieses Kreises bescheiden zu Protokoll gab.

Als eine ihrer ersten Amtshandlungen rief die Vorsitzende einen neuen Arbeitskreis „digitale Medien“ ins Leben. Als Fachmann hatte Groth dafür bereits Vereinsmitglied August Kröger gewonnen. Der stellte klar, dies sei keine „Dienstleistungsabteilung“. Vielmehr gehe es darum, sich gegenseitig zu helfen, mit der Technologie zurechtzukommen.

Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung waren natürlich die Berichte. Zum letzten Mal eröffnete Welsch den Reigen mit der Zusammenfassung aller wichtigen Punkte. Die Zahl der Familien- und Einzelmitgliedschaften liegt danach unverändert bei 170, insgesamt sind das etwa 230 Personen Von den zahlreichen Veranstaltungen hob Welsch die sehr gut besuchten Konzerte hervor.

Auf Welsch folgte Hinz mit dem Kassenbericht. Zum Jahresschluss habe es eine Unterdeckung von mehr als 200 Euro gegeben, räumte sie ein. Aber sonst sahen die Konten gut aus. Das fanden auch die Revisoren, so dass der Vorstand auf ihren Antrag hin einstimmig entlastet wurde.

Um dem neuen Vorstand den Start mit einer roten Zahl zu ersparen, sprang Vereinsmitglied Eduard von Allwörden spontan in die Bresche und spendete den Betrag, der zum Kontoausgleich fehlte. Das Gros der Vereinsarbeit geschieht in den Arbeitskreisen. Deren Berichte nahmen deshalb einige Zeit in Anspruch. Evelyn Schurz kritisierte den Platzmangel der Bücherkammer, Groth erinnerte an die Deichgrafenwanderung der Gruppe Dorf-Geschichte, Kröger sprach über den Workshop Macrofotografie des Fotokreises, Jürgen Koch erinnerte an zwei Höhepunkte seiner Arbeit, den Opernabend mit einer alten Verfilmung von Puccinis „La Bohème“ und die Kulturreise nach Ludwigslust.

Shakespeare, Luther und Hermann Hesse spielten 2017 im Literaturkreis von Barbara Schütze die Hauptrollen. Die Maler, einziger Arbeitskreis, der im evangelischen Gemeindezentrum sein Domizil hat, ist auf neun Aktive geschrumpft, berichtete Irene Jochmann. Fritz von Rönne hat 19 Männer und zwei Frauen in seinem Kreis der Briefmarkensammler. Das Durchschnittsalter habe aber inzwischen die 75 erreicht, gab er zu bedenken. Gabi Lipps Theaterwerkstatt führte acht Mal den „Unheimlichen Mönch“ auf, immer vor ausverkauftem Haus. Haffki und ihre sechs Hobby-Töpferinnen müssen noch immer mit demselben Brennofen auskommen, der „schon alt war, als ich vor 30 Jahren zu der Gruppe gestoßen bin“, wie sie anmerkte. Behnke erinnerte an vier Vorführungsabende seiner Filmfreunde. Für das erste Halbjahr 2018 hat er drei Vorstellungen vorgesehen.

Das Schlußwort hatte Bürgermeister Walter Rißler. Er begeisterte sich an der Vielfalt des Holmer Kulturangebots und bot der neuen Vereinsvorsitzenden eine Fortsetzung der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit an.

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