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Irland-Fans feiern : St. Patrick’s Day in Tornesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

170 Besucher feiern in Tornesch St. Patrick’s Day. Dank an Retter Andreas Hinrich. Unmut über Gema-Gebühren.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2015 | 14:15 Uhr

Tornesch | Kaum hatten sich die Türen des Pomm 91 zur traditionellen St. Patrick’s- Day-Party geöffnet, erreichte die Party ihren Temperatur-Höhepunkt. „Bis kurz vor der Veranstaltung lief anscheinend die Heizung und dann kamen die aufgeheizten Leute dazu“, scherzte Andreas Hinrich im Vorraum des großen Saals. Dort suchte er eine kurze Abkühlung – wie viele Besucher immer wieder im Laufe des Abends. Dem Bestatter aus Uetersen dürfte ohnehin warm geworden sein vom vielen Händeschütteln. Jede Stepptänzerin von „Feel the Feet“ dankte Hinrich, der kurzfristig eingesprungen war und die Gema-Gebühren übernommen hatte, per Handschlag.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte erhitzte auch am Sonnabend noch das Gemüt von Hanfried Kimstädt, Vorsitzender des multikulturellen Vereins Tornescher Allerlei (ToAll), der die Veranstaltung seit Jahren ausrichtet. „Ich bin gespannt, was die am Ende von uns verlangen“, sagte Kimstädt und ergänzte sichtlich angefressen: „Wenn ein Barde vor 200 Jahren ein Lied ins Volk gesetzt hat und irgend ein Hansel dieses 200 Jahre danach bearbeitet – also verfremdet – so hat dieser Hansel kein Recht auf das Lied und die Gema keinen Adressaten für das vom Veranstalter abgepresste Geld.“

Ohne das Sponsoring wäre der Auftritt der Stepptänzerinnen vermutlich ausgefallen. Wobei diese sich schon eine Choreografie ohne Musik ausgedacht hatten. Doch insbesondere die irischen Folkstücke gehörten dazu. Nach fünf Stücken mussten die Tänzerinnen erst einmal eine Pause einlegen, den Schweiß abwischen und trockene Kleidung anziehen. Dann gab es zwei Zugaben – live begleitet von der Band Wide Range. Die Hamburger Musiker begeisterten mit ihrem Mix aus traditionellen und zeitgenössischen Songs aus Irland, Schottland und Amerika und sorgten dafür, dass einige der 170 Besucher der ausverkauften Veranstaltung schon nach wenigen Minuten die Tanzfläche stürmten.

Die Einnahmen aus der St. Patrick’s-Day-Party fließen vor allem in die kulturellen Veranstaltungen von ToAll. Dessen Vorsitzender blickte zuversichtlich auf das nächste Jahr: „Da werden wir keine Gema-Probleme haben, denn Andreas Hinrich hat bereits seine Unterstützung zugesagt.“

Flüsse und Biersorten werden grün gefärbt, Gesichter in der Farbe der Iren bemalt und Pubs haben Hochbetrieb: Der St. Patrick’s Day ist weltweit populär. Am 17. März wird der Tag zum Gedenken des irischen Bischofs Patrick begangen. Er lebte wahrscheinlich im fünften Jahrhundert und gilt als erster christlicher Missionar in Irland. In Schottland geboren soll er von den Iren gefangen genommen und als Sklave verschleppt worden sein. In dieser Zeit fand er Halt im Christentum. Seine Lebensaufgabe sah er  darin, die Heiden zu bekehren. Er gründete Klöster und Schulen und war in seiner missionarischen Aufgabe sehr erfolgreich. Er gilt in Irland als Nationalheiliger.
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