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Schenefeld : Sprung über die Einwohnergrenze: Keine Angst mehr vor der 20.000

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

CDU und SPD sehen dem Sprung über die Einwohnergrenze inzwischen gelassen entgegen. Exakte Zahl der Bewohner ist strittig.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Schenefeld | 20.000: Vor ein paar Monaten verbreitete diese Zahl in Schenefelds Politik noch ein bisschen Angst und Schrecken. Denn mit dem Sprung über die 20.000er Einwohnergrenze würden nicht nur neue Aufgaben, sondern auch höhere Kosten – unter anderem für die Unterhaltung der Landesstraßen – auf die Stadt zukommen. Die Grünen wollten dem einen Riegel vorschieben. Sie plädieren dafür, keine neuen Wohnbaugebiete mehr auf der grünen Wiese auszuweisen und bei der Nachverdichtung restriktiv und maßvoll vorzugehen. Doch im Rat fanden die Grünen für diesen Vorstoß keine Mehrheit. Denn ihren Schrecken hat die Zahl 20.000 inzwischen längst verloren. „Wenn wir über die 20.000 kommen, dann ist das so“, sagt CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke. Er plädierte dafür, ein neues Konzept zu erstellen, wie sich die Bevölkerungszahl in der Stadt künftig entwickeln soll. „Es ziehen weiter junge Familien nach Schenefeld. Unsere Kindergärten und Schulen stoßen an ihre Grenzen“, mahnte Rüpcke.

SPD-Fraktionschef Nils Wieruch hält die anhaltende Diskussion um die 20.000 gar für eine „Gespensterdebatte“. Neue Baugebiete auf der grünen Wiese seien ausgeschlossen, da die Entscheidung gefallen sei, den Flächennutzungsplan nicht zu ändern. Denkverbote wolle sich die SPD aber nicht auferlegen lassen. „Uns geht es darum, nicht nur hochpreisigen Wohnraum in Schenefeld zu schaffen. Davon gibt es schon genug. Wir wollen den sozialen Wohnungsbau fördern“, sagt Wieruch. Das Beispiel Quickborn zeige zudem, dass der dauerhafte Sprung über die 20.000er Einwohnergrenze nicht von Nachteil sein müsse, auch nicht finanziell.

Grünen-Ratsherr Herbert von Gerpen betonte, dass es darum gehe, die Lebens- und Wohnqualität in der Stadt zu erhalten. „Beim Versiegelungsgrad nimmt Schenefeld schon einen Spitzenwert ein. Wir sollten nicht nur Beton in die Welt setzen.“

Die Höhe der aktuellen Einwohnerzahl in Schenefeld ist durchaus strittig. Die Stadt selbst geht von knapp 19.000 Einwohnern aus. Das Statistische Landesamt sieht die Zahl aufgrund der Zensuserhebung 2011 bei knapp 18.700 Einwohnern. Schenefeld zweifelt diese Zahl an, hat Widerspruch eingelegt. Von Gerpen verweist auf die bereits beschlossenen Baugebiete in der Stadt. Am Flaßbarg werden schon Mehrfamilienhäuser hochgezogen, an der Timm-Kröger-Straße rollen die Bagger noch in diesem Jahr an. Auch auf dem Altmann-Areal am Kiebitzweg ist Wohnbebauung geplant. Er fordert, den „Wildwuchs“ zu stoppen. Die Stadt solle sich ihrer Planungskompetenz bewusst sein. Auch Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz sieht in der jetzigen Entwicklung „viele Risiken, aber keine Vorteile“.

Faktisch fordern die Grünen einen Baustopp. Und sie beobachten die Entwicklung mit Argusaugen. An der Blankeneser Chaussee hat sich die Stadt ein zirka 15.000 Quadratmeter großes Grundstück gesichert. Bisher eine landwirtschaftliche Fläche, eine grüne Wiese. Die Grünen fürchten, dass daraus ganz schnell Bauland werden könnte. Noch mehr Wohnungen in Richtung 20.000 Einwohner?

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