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Pinneberg : Sprachmittler helfen Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zehn Schulen, Verein Pinneberger Kinder und Rotarier finanzieren Integrationsprojekt. Nachfrage nach Chinesisch und Albanisch.

Pinneberg | Die klassischen Elterngespräche stellen die Pädagogen in den Schulen bei Flüchtlingskindern oft vor besondere Herausforderungen. „Dadurch, dass immer mehr Kinder aus dem Ausland in die Schulen kommen, ist die Nachfrage nach Dolmetschern gestiegen“, sagte Susanne Gilberg-Lemke, stellvertretende Leiterin am Schulzentrum Nord am Dienstag anlässlich der Vorstellung eines Sprachprojekts, das im Geschwister-School-Haus beheimatet ist.

Schon seit Oktober 2015 bieten Dolmetscher von 15.30 bis 17.30 Uhr jeweils am ersten Dienstag jedes Monats Arabisch, am zweiten Persisch und am dritten Rumänisch an. „Das sind die Sprachen, die derzeit am meisten nachgefragt werden“, erläutert Olga Fastovets, die das Projekt koordiniert. Ebenfalls möglich seien Türkisch, Russisch, Polnisch oder Albanisch – je nach Nachfrage der Lehrer, die die Termine, die im Geschwister-Scholl-Haus, Bahnhofstraße 8, stattfinden, mit den Eltern vereinbaren oder über die Sprachmittler vereinbaren lassen. „Aktuell haben wir zum Beispiel erstmals auch Nachfragen nach Chinesisch“, sagt Sozialpädagogin Dana Lenwenus.

Genutzt werden können die Paten von allen zehn Pinneberger Schulen, denn finanziert wird das Projekt gemeinsam. Die Dolmetscher werden über den Verein „Brücke Elmshorn“ vermittelt, der insgesamt 40 Sprachmittler mit 20 Sprachen im Repertoire hat. „Der Arbeitstitel war mal Dolmetschergenossenschaft“, erläutert Gilberg-Lemke, denn jede Schule zahlt 200 Euro in einen gemeinsamen Topf ein – also insgesamt 2000 Euro. Aus diesem werden die Sprachmittler finanziert. „Zu Preisen, die auch angemessen sind und funktionieren“, betont Gilberg-Lemke. Das Geld reiche bis zum Ende des Schuljahres. Der Verein Pinneberger Kinder spendete 1500 Euro, um die Koordination des Projekts zu finanzieren. Der Rotary Club Pinneberg steuerte 1000 Euro bei, mit denen ein PC samt Übersetzungssoftware erworben wurde.

„Das Schulsystem ist so komplex, dass es viel Erklärungsbedarf gibt“, weiß Gilberg-Lemke. Die Schulpflicht müsse erklärt, die richtige Schulform gefunden sowie über Stärken und Schwächen der Schüler diskutiert werden. Seit Oktober hätten 15 Gespräche stattgefunden. „Das Projekt muss sich erst herumsprechen und wir hoffen, dass dann noch weitere Lehrkräfte auf uns zu kommen“, sagte Lenwenus.

Die Termine finden aber auch dann statt, wenn keine Gespräche vereinbart wurden. „Wir wollten eine Kontinuität haben, damit es nicht sofort wieder einschläft“, so die Schulsozialarbeiterin. Aufgaben gäbe es auch dann für die Sprachmittler. Diese würden Formblätter und Texte wie Hinweise auf Schulversäumnisse oder Informationen über die Hausaufgaben übersetzen. „Wir beurteilen danach, ob es für andere Schulen von Interesse ist“, erläutert Gilberg-Lemke die Übersetzungsinhalte und ergänzt: „Ein individueller Brief eines Lehrers ist wohl nicht drin, aber alles, was immer wieder verwendet werden kann.“ Vom Sinn ihres Projektes sind die Initiatoren überzeugt. „Viele Gesprächsthemen sind persönlich und wir wollen nicht, dass Geschwisterkinder oder Bekannte diese übersetzen“, so Gilberg-Lemke. „Da halten wir eine neutrale Person für besser geeignet“.

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erstellt am 18.Feb.2016 | 15:00 Uhr

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