Appell an die Stadt : Sportstätten-Desaster in Pinneberg

Klare Worte: Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg, wünscht sich, dass Politik und Stadt die Arbeit der Vereine mehr wertschätzen. Im Stadion 1 müssten der Rasen und die Drainage erneuert werden.
Klare Worte: Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg, wünscht sich, dass Politik und Stadt die Arbeit der Vereine mehr wertschätzen. Im Stadion 1 müssten der Rasen und die Drainage erneuert werden.

Entwicklungsplan lässt weiter auf sich warten. Geräte verrotten in den Hallen. Nächster Sanierungsstau droht.

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08. Mai 2015, 14:00 Uhr

Pinneberg | Sportgeräte, die verrotten, sanierungsbedürftige Hallen und Sportstätten – die Stadt Pinneberg erwartet nach dem Schulsanierungsstau das nächste Millionen-Desaster. Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg, appelliert an die Stadt, endlich den Entwicklungsplan auf den Weg zu bringen. „Wenn sich die Stadt nicht infrastrukturell um ihre Sportstätten kümmert, laufen wir Gefahr, denselben Fehler wie bei den Schulen zu machen“, sagte er gestern während eines Gesprächs mit dem Pinneberger Tageblatt.

Die Fakten hat SPD-Sprecher Herbert Hoffmann parat: „Als zwingender Handlungsbedarf für 2015 wurden rund 24.000 Euro aufgelistet. In 2016 sind aus heutiger Sicht rund 250.000 Euro und in 2017 rund 260.000 Euro notwendig.“ Außerdem müssten 61.500 Euro für den Reparaturbedarf an Geräten aufgewendet werden, aber nur 9500 Euro sind im Haushalt eingestellt worden. „Das sind 15 Prozent“, merkte Hönke an.

Doch das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. „Bei dem geplanten Hockey-Platz/Kunstrasenplatz des VfL Pinneberg sei es wie in dem Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“, scherzte Hoffmann. „Irgendwie immer das Gleiche, aber trotzdem kein greifbares Ergebnis“, sagte er.

Einig sind sich alle darüber, dass der Entwicklungsplan auf den Weg gebracht werden muss. 40.000 Euro sind im Haushalt eingestellt worden – doch mit Sperrvermerk. „Sicher ist, dass es einen Sanierungsbedarf gibt. Wir werden sehen, was sich im Bereich des Sportentwicklungsplans realisieren lässt. Oberste Priorität hat die Sanierung der Schulen“, sagte Marc Trampe, Sprecher der Stadt.

Zeichen auf Stillstand

Doch die Zeichen stehen auf Stillstand: Zwar hat es Begehungen der Pinneberger Sportplätze gegeben, aber die Begehungen der Sporthallen waren aufgrund der Priorisierung der Umsetzung des Schulentwicklungs- und Schulgebäudesanierungplans zurückgestellt worden. Großes Fragezeichen, wann es weitergeht.

„Die Städte und Gemeinden um uns herum laufen uns mit neuen Sportstätten den Rang ab. Dabei sind wir die Kreisstadt“, sagte Hönke. Die Sporthallen würden ja nicht nur von den Vereinen genutzt, sondern auch von den Schülern, sagte er. Auch aus diesem Grund müssten die Sportstätten pfleglich behandelt werden. Große Herausforderungen kämen auf die Vereine zu: „Die Menschen werden immer älter. Eine Studie hat ergeben, dass in 20 Jahren jeder Vierte adipös ist.“

Nein, man stelle nicht nur Forderungen, betonte Hönke. So seien 2014 zirka 300.000 Euro in das VfL-Sportzentrum am Fahltskamp investiert worden. „Aus eigenen Mitteln“, sagte er. Hönke wünsche sich, dass die Wichtigkeit des Sports Politik und Verwaltung stärker bewusst werde und die Vereinsarbeit mehr Wertschätzung erfahre. „Es gibt keine andere Organisationsform, die so viele Menschen erreicht wie der Sport.“

Am Sonnabend, 6. Juni, gibt es ein Stadtforum Sport zum Theman Schule und Verein. Beginn in der Sparkasse Südholstein, Friedrich-Ebert-Straße 33, ist um 10 Uhr. Ausrichter sind Pinnebergs mitgliederstärkste Vereine: VfLPinneberg, SC Pinneberg und SuS Waldenau.
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