Diskussionen und Bahnengolf : Sportpolitischer Triathlon in Pinneberg

Ulrike Graefen von der Fraktion Grüne und Unabhängige versucht sich beim Siebenmeter-Shootout. Die sportlichen Wettkämpfe zwischen den Diskussionsrunden dienten der Auflockerung.
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Ulrike Graefen von der Fraktion Grüne und Unabhängige versucht sich beim Siebenmeter-Shootout. Die sportlichen Wettkämpfe zwischen den Diskussionsrunden dienten der Auflockerung.

Pinnebergs Parteien diskutieren über die Umsetzung des Sportentwicklungsplans – und messen sich in drei Disziplinen.

shz.de von
16. April 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Die Atmosphäre in der Halle der Theodor-Heuss-Schule lag am Freitagabend irgendwo zwischen Aufbruchsstimmung und Skepsis. Zwischen großen Visionen und Haushaltsdisziplin. Die Pinneberger Sportallianz, bestehend aus VfL Pinneberg, SC Pinneberg und SuS Waldenau, hatte die Ratsfraktionen zum „Sportpolitischen Triathlon“ eingeladen. Das bedeutete: Diskussionen über die Zukunft des Sports in der Kreisstadt und Wettstreit im Bahnengolf und Cornhole.

Der Sportentwicklungsplan – im März von der Politik abgesegnet – stand im Zentrum der von Tageblatt-Redaktionsleiter Gerrit Bastian Mathiesen moderierten Runde. Vollständig gelesen hatte das mehr als 200 Seiten starke Werk übrigens nur Anja Hißnauer von den Bürgernahen – die anderen Politiker verwiesen auf die umfangreichen Zusammenfassungen.

Kunstrasenplätze haben hohe Priorität

Eine hohe Priorität räumten die Parteien den lang ersehnten Kunstrasenplätzen für Hockeyspieler und auch für die Oberligafußballer des VfL Pinneberg ein. „Das Stadion 1 muss dauerhaft bespielbar sein“, betonte Matthias Kurre von der SPD. CDU-Ratsherr Dietrich Drechsler sagte: „Den Hockeyplatz aus Kunstrasen zu realisieren, hat Priorität“ und auch Dieter Schott (Grüne und Unabhängige) wollte „das Drama mit den Kunstrasenplätzen“ beenden.

Gerrit Bastian Mathiesen, Redaktionsleiter Pinneberger Tageblatt, hier im Gespräch mit Anja Hißnauer – moderierte die Debatte.
Foto: Julian Willuhn
Gerrit Bastian Mathiesen, Redaktionsleiter Pinneberger Tageblatt, hier im Gespräch mit Anja Hißnauer – moderierte die Debatte.
 

Werner Mende von der FDP mahnte derweil zur Haushaltsdisziplin: „Die Entwickler des Sportentwicklungsplans hatten die finanzielle Situation in Pinneberg nicht vor Augen.“ Der Freidemokrat sprach davon, zunächst Schulsportstätten zu sanieren. Auch Sozialdemokrat Kurre erinnerte an die Belastungen durch den Bau der Westumgehung und die Schulsanierungen.

Einig waren sich die Politiker darin, dass möglichst schnell die ersten Schritte zur Umsetzung unternommen werden sollten. Bis Ende des Jahres wurden sichtbare Entwicklungen in Sachen Kunstrasen in Aussicht gestellt.

Uwe Hönke betont Aufbruchstimmung

In Sachen Hallennutzungsgebühren stellten die Politiker den Sportvereinen keine Erleichterungen in Aussicht, sprachen sich aber für den Abbau von bürokratischen Hürden für das Ehrenamt aus. FDPler Mende sagte allerdings: „Bürokratieabbau hat nichts mit dem Begleichen von Rechnungen zu tun“.

Auf die Frage eines Zuschauers, warum ausgerechnet jetzt entscheidende Verbesserungen in Pinneberg zu erwarten seien, sprachen die Volksvertreter von einem Umdenken durch den Sportentwicklungsplan. Schott: „Sport lag bei den Prioritäten oft nur an dritter Stelle.“ Drechsler betonte: „Der Plan zeigte deutliche Linien auf – es ist jetzt der Auftrag erteilt, daran zu arbeiten.“ Bis zur ersten Sitzung nach der Wahl im Mai erwartete der Christdemokrat konkrete Vorschläge der Verwaltung zur Umsetzung des Plans.

VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke sprach von einer deutlichen Aufbruchsstimmung. Er mahnte allerdings an, dass ein Nachfolger für die scheidende Traudchen Perrefort nötig sei. Die Verwaltungsfachfrau hatte die Entwicklung des Sportentwicklungsplans intensiv begleitet. Die Politiker stellten klar, dass sie einen angemessenen Ersatz in der Verwaltung erwarteten. Ex-SuS-Vorstand Hinrich Krodel forderte Vereine und Politiker auf, den Dialog aufrecht zu erhalten.

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