„Quantensprung für Pinneberg“ : Sportentwicklungsplan für Pinneberg beschlossen

Federführend beim Sportentwicklungsplan:  Professor Michael Barsuhn von Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung und Traudchen Perrefort aus der Verwaltung.
Federführend beim Sportentwicklungsplan: Professor Michael Barsuhn von Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung und Traudchen Perrefort aus der Verwaltung.

Bau von Sport- und Bewegungsparks wird für alle Generationen empfohlen.

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16. März 2018, 15:00 Uhr

Pinneberg | In Lübeck ist bereits der Startschuss für den Bau eines Sport- und Bewegungsparks für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gefallen. Professor Dr. Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam präsentierte darüber am Mittwoch einen kurzen Animationsfilm. Solche multifunktionalen Anlagen schlägt er auch für Pinneberg vor. Es ist eine von zahlreichen Handlungsempfehlungen des Integrierten Sportentwicklungsplans, der jetzt vorliegt. Er trägt den Titel: „Sport und Bewegung finden Stadt – Kommunale Sportentwicklungsplanung der Stadt Pinneberg – Gemeinsam Perspektiven entwickeln“. Erarbeitet wurde er von Sportwissenschaftlern, Ingenieuren, Architekten und Stadtplanern. Mit beteiligt waren unter anderem auch die Pinneberger Sportvereine.

6000 Fragebögen verschickt

Am Mittwochabend stellte Barsuhn dem Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend die Ergebnisse vor. „Ein Jahr haben wir uns damit beschäftigt“, sagte der Professor. 6000 Fragebögen wurden verschickt, etwa 1000 kamen beantwortet zurück. Die Analyse ergab, dass 77 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Sport treiben oder in irgendeiner Form bewegungsaktiv sind, 30 Prozent gehören Sportvereinen an. Der Frauenanteil ist mit 51 Prozent in den Pinneberger Sportvereinen höher als der Männeranteil (49 Prozent).

Die Hälfte aller Sport- und Bewegungsaktivitäten in der Stadt Pinneberg finden auf den sogenannten Sportgelegenheiten, das heißt nicht speziell und ausschließlich für den Sport gebauten Anlagen, statt. „Es geht nicht um Leistung in erster Linie, sondern um Bewegung“, sagte Barsuhn.

Multifunktionalität

Daraus ergibt sich die Handlungsempfehlung für eine stärkere Multifunktionalität im Sportanlagenbau. Der Entwicklungsplan sieht zwei Sport- und Bewegungsparks für Pinneberg vor, einen im Bereich des Stadions 1 und 2, den anderen An der Raa. Professor Barsuhn schlägt vor, „sich Schritt für Schritt dieser Aufwertung zu widmen“.

Das könnte zum Beispiel die infrastrukturelle Aufwertung öffentlicher Grün- und Bewegungsräume – wie im Fahlt oder An der Raa – durch veränderbare Angebotsflächen für Trendsportarten wie Slackline, Parcours oder Klettern sein.

Im umfangreichen Sportentwicklungsplan ist auch ein Sportkataster enthalten. Hier sind die Fehl- und Sanierungsbedarfe aufgeführt. „Es gibt einige Baustellen“, sagte Barsuhn in Bezug auf die Hallen. Empfohlen werden deshalb auch der Bau einer Drei- oder Zweifeldhalle am Schulzentrum Nord sowie der Bau einer Einfeldhalle an der Johann-Comenius-Schule sowie die Überdachung eines Kunstrasenplatzes, um den Fußballern ihren Sport auch im Winter im Freien zu ermöglichen. „Die Kosten für eine Überdachung sind im Vergleich zu einer Zweifeldhalle günstiger“, so der Professor. Noch hat Pinneberg keinen Kunstrasenplatz – die Expertise schlägt gar drei solcher Plätze vor.

Kosten: 24 Millionen Euro

Zehn bis zwölf Jahre dauere die Realisierung der Sportentwicklungsplanung. Etwa 24 Millionen Euro müssen in die Hand genommen werden, aber Fördergelder können beantragt werden. „Man muss mit den Projekten auch starten, damit man den Startschuss auch hört“, riet er den Mitgliedern des Ausschusses.Die Kommunalpolitiker stimmten ihm zu und waren begeistert von dem Sportentwicklungsplan. Er wurde einstimmig beschlossen. SPD-Ratsherr Herbert Hoffmann sprach von einem „Quantensprung für Pinneberg“.

„Es ist ein toller Tag für den Sport in Pinneberg. „Endlich haben wir valide Daten, um zu planen und den Sport in all seinen Facetten voranzubringen“, so Uwe Hönke vom VfL Pinneberg. Fachbereichsleiterin Traudchen Perrefort, die bei der Erarbeitung des Entwicklungsplans federführend war, spricht von einem „perfekten Werk.“ „Es ist eine sehr gute Arbeits- und Entscheidungsgrundlage, an der wir uns orientieren können“, sagte sie.

CDU-Ratsherr Kai Sibbert schlug vor, die „Handlungsempfehlungen Schritt für Schritt abzuarbeiten“. Genau das soll nun auch passieren. Die Verwaltung ist aufgefordert, eine Prioritätenliste zu erstellen. Was indes realisiert werden soll – das wird die Politik peu à peu entscheiden.

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