Kommunalwahl 2018 : Sportallianz Pinneberg fragt: Welchen Stellenwert hat der Sport?

„Was hast du beim Sport gelernt?“: Mit diesen und anderen Plakatmotiven macht der Landessportverband Schleswig-Holstein derzeit darauf aufmerksam, was Sport bewirken kann.

„Was hast du beim Sport gelernt?“: Mit diesen und anderen Plakatmotiven macht der Landessportverband Schleswig-Holstein derzeit darauf aufmerksam, was Sport bewirken kann.

Die Sportallianz Pinneberg fragt, die Kommunalwahlkandidaten antworten. Sportpolitischer Triathlon am Freitag.

shz.de von
09. April 2018, 16:00 Uhr

Pinneberg | Die Sportallianz möchte von den Kandidaten von CDU, SPD, Grünen und Unabhängigen, Bürgernahen und FDP wissen, was sie nach der Kommunalwahl am Sonntag, 6. Mai, für die Förderung der körperlichen und somit auch geistigen Ertüchtigung in der Kreisstadt tun wollen. In der am Montag dazu startenden Serie stellen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Fragen und die Antworten vor.

Was haben Sie persönlich, was hat Ihre Partei vom Sport gelernt?
Dietrich Drechsler (CDU): Persönlich habe ich gelernt, dass ich mit sportlicher Betätigung am besten meinem ausgeprägten Bewegungsdrang entspreche. Körperliche Leistung und sportlicher Wettkampf waren Ausgleich für die fordernde berufliche Tätigkeit. Dabei lernte ich auch trotz aller Bemühungen meine Leistungsgrenzen kennen und zu akzeptieren. Zusätzliche nützliche Erfahrungen machte ich als Mannschaftsspieler wie auch als Mannschaftsführer. Die jetzt bevorzugten diversen individuellen Sportaktivitäten gegen die Uhr machen Spaß und sollen mich fit halten.
Herbert Hoffmann (SPD): Sport ist weit mehr als „höher, schneller, weiter“: Man wächst sowohl mit seinen Siegen, als auch mit den Niederlagen. Und für die Politik gilt das gleiche wie im Sport: Erst mit viel Ausdauer und einem guten Team kann man wirklich etwas Großes erreichen.
Dieter Schott (Grüne und Unabhängige): Ich habe beim Sport Beharrlichkeit gelernt, um etwas erreichen. Und sich auf das Ziel zu fokussieren. Unsere Fraktion hat vieles, was auch im Sport zählt und gebraucht wird, etwa Eigenverantwortung – jeder hat und darf seine eigenständige Meinung haben–, die Gleichberechtigung und vor allem Teamfähigkeit.
Kai Thron (Grüne und Unabhängige): Da fallen mir sofort Respekt und Teamgeist ein. Ich war von klein auf immer sportlich aktiv in Vereinen. Dort hatte man die sportlichen Vorbilder und die guten Trainings- und Spielmöglichkeiten. In Schenefeld habe ich früher Judo und Ju-Jutsu jahrelang selber trainiert und Training gegeben. Ein anstrengender, aktionsreicher, aber auch lehrreicher Sport, bei dem man nur durch Respekt und Rücksichtnahme auf den Partner lernen kann. Ohne Partner macht so eine Sportart keinen Sinn. Meine Zeit beim Basketball war ganz anders. Als technisch guter Einzelspieler ist man bei so einer schnellen Mannschaftssportart ruckzuck im Nachteil, wenn man nicht als Team aufläuft. Gegner können technisch schlechter sein, aber als eingespielte Mannschaft trotzdem gewinnen. Wir haben lange gebraucht, um das Können unserer Einzelspieler effektiv im Team nutzen zu können. Die vielen unterschiedlichen Charaktere mussten sich erst finden. Dann aber lief es und das Gefühl des Sieges als Team war immer wieder großartig.
Anja Hißnauer (Bürgernahe): Teamgeist, Zusammenhalt und Fairness.
Werner Mende (FDP): Ich bin mein Leben lang sportbegeistert – in jungen Jahren allerdings meistens passiv. Seit mehr als 30 Jahren bin ich aber Mitglied im Pinneberger Tennisclub. Hier lernt man als einzelner sich kämpferisch auf sportlich fairer Basis durchzusetzen. Nahezu 17 Jahre war ich Mitglied einer Herrenmannschaft. Teamfähigkeit und Coaching sind hier die gefragten Fähigkeiten. Die emotionale Anspannung vor dem Match, aber auch die Entspannung – egal ob Sieg oder Niederlage – im Kreis der Teamkameraden ist eine Erfahrung, die die eigene Persönlichkeit prägt. Diese Persönlichkeitsentwicklung hilft sowohl im Berufsleben als auch im politischen Alltag, den ich ja erst seit meiner Pensionierung erlebe. Entgegen der langläufigen Meinung über politische „Freundschaften“ ist der sportlich faire Umgang miteinander sehr zielführend. Allerdings lernt man auch die Schulterklopfer richtig einzusortieren.

Wie integriert Ihre Partei den Partner Sportverein in Ihrem parteipolitischen Bildungsprogramm?
Drechsler (CDU):
Außer sportlicher Leistung, Gesundheitsförderung und Persönlichkeitsentwicklung hat der Sport generell große Bedeutung für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Es werden so ganz nebenbei Grundwerte für unsere soziale Ordnung vermittelt – wie Respekt, Leistung, Fairness und das Miteinander. Sportvereine sind also ein wichtiger integraler Bestandteil unserer Gesellschaft und erfahren von der CDU breite Unterstützung. Daher unterstützen wir grundsätzlich die schrittweise Umsetzung des Sportentwicklungsplanes im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt Pinneberg.
Hoffmann (SPD): An vorderster Stelle! Wir haben in den letzten Jahren Millionen in höchst notwendige Sanierungen unserer Schulen investiert und viele weitere sind bereits fest verplant, um das Sanierungsprogramm zum Abschluss zu bringen. Wir sind uns sicher: Die nächste große Investitionsanstrengung in der Stadt Pinneberg wird dem Sport gelten.
Schott (Grüne und Unabhängige): Für uns gehört der Schul- und Vereinssport zusammen, ganz speziell seit der Einführung der Ganztagsschule. Ebenso muss die frühkindliche Sporterziehung durch bewegungsfreundliche Programme und physiomotorische Angebote in Kitas verbessert werden. Hier könnten die Sportvereine einen erheblichen Anteil übernehmen. Genau hier möchten wir ansetzen und Verbesserungen schaffen. Dafür werden aber sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport entsprechende Sportmöglichkeiten benötigt; das heißt für uns, es muss endlich Schluss sein mit dem Sparkurs für die eigentlichen Aufgaben der Stadtverwaltung zugunsten von Großbauprojekten. Es muss auch endlich gelingen, alle Möglichkeiten auszunutzen, um Fördergelder für den Sport zu generieren. Zusätzlich kann die Wiederbelebung des Runden Tisches Sport Anregungen liefern und auch weitergehende Ideen bringen.
Thron (Grüne und Unabhängige): Wir suchen immer wieder den Kontakt zu den Sportvereinen und wollen den Runden Tisch Sport erneut aufleben lassen. Die Sanierung und Instandhaltung der Sportstätten hat für uns hohe Priorität. Wir wissen, dass für ganz viele Menschen der Sport und die Mitarbeit im Sportverein nicht nur Hobby sind, sondern ein Stück ihres Lebens. Dieses ehrenamtliche Engagement wollen wir von politischer Seite unterstützen, wo es nur geht. Wir haben bewusst in den Kultur-, Soziales- und Jugendausschuss junge sportbegeisterte und ältere erfahrene Fraktionsmitglieder gesetzt, um diesen Ausschuss gut bedienen zu können.
Hißnauer (Bürgernahe): Den Sanierungsstau an den Schulen und Sporthallen beheben und ein qualifiziertes Betreuungsprogramm weiterhin aufrecht zu erhalten.
Mende (FDP): Die Sportvereine sind wesentlicher Bestandteil des sozialen Miteinanders in jeder Gemeinschaft und mit dem kulturellen Angebot gleichzusetzen. Deshalb fordern wir einen Sportentwicklungsplan, der auf der Basis der Pinneberger Möglichkeiten alle Vereine einbezieht. Dabei darf weder die Vereinsgröße, die Sportart, das Eigentum an den Sportanlagen oder ähnliche Kriterien eine Rolle spielen. Eine Gleichbehandlung aller Sportvereine ist zwingend notwendig, damit jeder Bürger seine sportliche Betätigung nach seinen persönlichen Neigungen und Möglichkeiten wählen kann.

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