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Austausch in Pinneberg : Sport als Mittel der Verständigung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Elf ukrainische Mädchen und Jungen zu Gast an der Theodor-Heuss-Schule. In Pinneberg Radfahren gelernt.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Feuertaufe für Claudia Ramücke und Stephan Jensen. Zum ersten Mal organisierten die beiden jungen Pädagogen das Programm des Schüleraustauschs zwischen der Theodor-Heuss-Schule (THS) und der „Spezialisierten Schule Nummer 14“ in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Zwei Wochen hatten die Pinneberger elf ukrainische Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren und zwei Lehrerinnen zu Gast. Sie traten in große Fußstapfen: Jahrelang hatten Brigitte Schulz und Hanspeter Gunselius das Programm gestaltet, Gunselius hatte es 2001 ins Leben gerufen. Inzwischen ist es einmalig in Deutschland.

Zur Tradition des Austauschs gehört ein gemeinsame Schülerprojekt. „Sport als Mittel der Völkerverständigung“ war das Thema, das sich Ramücke und Jensen vorgenommen hatten. Gäste und Gastgeber besuchten das „Wunder von Bern“-Musical in Hamburg, ließen sich am Timmendorfer Strand allerhand Spiele einfallen und referierten zur Feier des letzten Besuchsabends schließlich über ihre Erkenntnisse.

Die kamen allerdings eher holprig als graue Theorie rüber. „Nach all dem Trockenen jetzt aber ein Video“, war schließlich der erlösende Seufzer einer Schülerin. Nächstes Jahr werden sie diese Erfahrung beherzigen und sich ein griffigeres Thema ausdenken, war das Fazit der beiden Lehrer.

Zum Spielen und Tanzen kamen die jungen Leute dann aber auch noch. Das von den Pinneberger Eltern aufgebaute Büfett tat ein Übriges, den Abend zu einem schönen Abschlusserlebnis werden zu lassen.

Der Erfolgsfaktor

Das Leibliche erwies sich auch sonst wieder als wichtiger Erfolgsfaktor des Austausches. Im Danksagungsritual der elf Gastschüler kam „leckeres Essen“ siebenmal vor, hin und wieder konkretisiert als „Lasagne“ oder „Pizza“. Aber es gab eigentlich nichts, wovon sie nicht fasziniert waren. Eine junge Ukrainerin berichtete stolz, in Pinneberg das Radfahren gelernt zu haben. Eine andere war ganz gerührt von der Geburtstagfeier, die ihre Gastfamilie ihr bereitet hatte. Eine dritte Schülerin schwärmte noch immer vom Eurovision Song-Contest im Fernsehen.

Nicht minder enthusiastisch erinnerten sich die jungen Pinneberger, die einen Kiew-Aufenthalt hinter sich hatten, an ihre Erlebnisse, an die fremde Kultur, die Kunst und die Landschaft. Die Gastfreundschaft sei überwältigend, aller Ärmlichkeit zum Trotz, sagten alle. Was als Kulturschock beginne, ende deshalb stets mit einem tiefen Respekt vor dem anderen Volk.

„In den zwei Wochen in der Fremde lernen die Kinder mehr Völkerverständigung als sonst im regulären Unterricht“, waren sich deshalb auch die Lehrer sicher. Schade nur, dass es in Pinneberg so schwer sei, Gasteltern für das Austauschprogramm zu finden.

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